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Herforder Krankenhäuser übernehmen erste Corona-Patienten

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Intensivpflichtige Patienten aus Bayern und Sachsen werden ins Klinikum Herford und Lukas-Krankenhaus Bünde verlegt

Die Lage in Deutschland spitzt sich zu: die ersten Patienten werden aus dem Osten und Süden des Landes nach dem Kleeblatt-Prinzip verlegt. Auch im Klinikum Herford und dem Lukas-Krankenhaus Bünde werden zum Wochenende hin zwei intensivpflichtige COVID-19-Patienten aus Bayern und Sachsen aufgenommen. „Dies zeigt mit aller Deutlichkeit die Hilflosigkeit und Dramatik in den Kliniken“, sagt Peter Hutmacher, Vorstand und Geschäftsführer der beiden Häuser. Er gehe davon aus, dass sich die Anzahl der stationären Patienten mit COVID-19 in den nächsten zwei Wochen weiter erhöhen wird.

Auch die Ärztlichen Leiter des Klinikums und des Lukas-Krankenhauses, Prof. Dr. Jan Kähler und Dr. Tim Christopher Lendzian, zeigen sich besorgt: „Unter der aktuellen Situation kann im schlimmsten Fall die gesamte Patientenversorgung beeinträchtigt werden. Deshalb ist die Verteilung von intensivpflichtigen Patienten ein wichtiger Faktor im Umgang mit dieser besonderen Lage“, sagt Dr. Lendzian. Die Verlegungen seien grundsätzlich eine sinnvolle Maßnahme, ergänzt Prof. Kähler. Zudem bleibe zu hoffen, dass die Zahl der krankenhausbedürftigen COVID-Patienten nicht weiter exponentiell steigt, „denn dann gäbe es bald keine Kliniken mehr, die auswärtige Patienten aufnehmen können“.

„Kleeblatt-Prinzip“ soll Bereitstellung von freien Intensivbeten koordinieren

Das „Kleeblatt-Prinzip“ unterteilt die Bundesländer in Deutschland in fünf so genannte Kleeblätter. Im Norden schließen sich Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu einem Blatt. Den Südwesten bilden Baden-Württemberg, Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen. Der Osten setzt sich aus den Bundesländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin zusammen. Bayern und Nordrhein-Westfalen gelten aufgrund der hohen Bevölkerungsgröße als je ein Blatt. Mit dieser Vorgehensweise soll sichergestellt werden, dass für Intensivpatienten zeitnah ein freies Bett bereitgestellt werden kann.

Für jedes "Kleeblatt" soll ein zentraler Ansprechpartner (ein sogenannter "Single Point of Contact“, kurz SPoC) – die Verlegung der Patienten bei Engpässen koordinieren. Sind einzelne Kliniken oder Regionen überlastet, werden Patienten auch über Bundesländergrenzen hinweg verlegt. Der Transport erfolgt dann per Hubschrauber oder Rettungswagen.