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Schnelle Versorgung nach der Reanimation

Dr. med. Klaus-Jürgen Gutleben, leitender Oberarzt und Sektionsleiter Rhythmologie der Klinik für Kardiologie und konservative Intensivmedizin (links), Prof. Dr. med. Jan Kähler, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und konservative Intensivmedizin (rechts)

Cardiac-Arrest-Center im Klinikum Herford etabliert

Die Klinik für Kardiologie und konservative Intensivmedizin im Klinikum Herford hat am 11. November 2022 die Zertifizierung für die erfolgreiche Etablierung eines Cardiac-Arrest-Centers erhalten.

Der Herz-Kreislauf-Stillstand ist nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. Das Statistische Bundesamt gibt an, dass mindestens 60.000 Menschen pro Jahr außerhalb einer Klinik einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden und nur etwa zehn Prozent diesen überleben. In mehr als der Hälfte der Fälle ist eine Herzerkrankung ursächlich für den Stillstand, etwa ein Herzinfarkt oder eine Herzrhythmusstörung. Nicht-kardiale Ursachen, z. B. Lungenembolien, Intoxikationen, Traumata oder Schockzustände können ebenfalls zu einem Kreislaufstillstand führen.

Neben landesweiten (Bildungs-) Maßnahmen, die die Laienreanimationsquote in Deutschland erhöhen, ist die Sicherstellung einer unverzüglichen und spezialisierten medizinischen Versorgung maßgeblich für die Prognose reanimierter Patienten. Nach erfolgter Reanimation sind die Patienten in den meisten Fällen ausgesprochen instabil, insbesondere wenn im weiteren Verlauf Komplikationen, zum Beispiel ein kardiogener Schock, eine Sepsis, Nierenversagen oder Beatmungsprobleme auftreten. Auch ohne Komplikationen profitieren reanimierte Patienten von einer sofortigen interdisziplinären medizinischen Versorgung, welche sich durch die Fachkompetenz mehrerer beteiligter Fachrichtungen und der engmaschigen Kooperation und Kommunikation dieser auszeichnet.

Die Zertifizierung als Cardiac-Arrest-Center bedeutet, dass das Klinikum Herford diese strukturellen und organisatorischen Behandlungsmöglichkeiten für reanimierte Patienten zu jeder Zeit vorhält. Beteiligte Kliniken und Fachdisziplinen sind die Kardiologie, Intensiv- und Notfallmedizin, Anästhesiologie, Neurologie und die Unfallchirurgie.
„Die Etablierung und Zertifizierung eines Cardiac-Arrest-Centers im Klinikum Herford ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die gute Kooperation mehrerer Fachrichtungen innerhalb des Klinikums und die synchrone Kommunikation mit dem Rettungsdienst zukunftsweisend ist und einen erheblichen Einfluss auf die Versorgungsqualität reanimierter Patienten hat. Mit dem CAC verpflichten wir uns zu regelmäßigen Qualitätszirkeln, Schulungen von Mitarbeitenden und Implementierung neuster medizinischer Standards, sodass die Zertifizierung die Versorgungsqualität der uns anvertrauten Patienten auch nachhaltig bezeugt“, berichtet Prof. Jan Kähler, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und konservative Intensivmedizin.

Mittels eines Kriterienkatalogs hat das Zertifikats-vergebende Expertengremium im Auftrag des Deutschen Rates für Wiederbelebung die Voraussetzungen für Cardiac-Arrest-Zentren erarbeitet. Die von diesem Gremium vorausgesetzte Strukturqualität der Versorgung für reanimierte Patienten erfüllte das Klinikum Herford bereits vor dem im Januar 2022 erfolgten Audit, sodass das Zertifikat als CAC auch eine Bestätigung der hervorragenden Versorgungsqualität im Kreis Herford und überregional darstellt. Neben der dauerhaften Verfügbarkeit einer Übernahmeeinrichtung, also eines Schock- oder Reanimationsraumes, einer Intensivstation und eines Herzkatheterlabors, setzt der Kriterienkatalog die dauerhafte Verfügbarkeit eines definierten Cardiac-Arrest-Receiving-Teams vor, welches bei der Übernahme des Patienten nach erfolgreicher Reanimation unverzüglich alle erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen durchführt.

Prähospitale Daten retten Leben

Bei der Reanimation zählt jede Minute. Schon vor der Übernahme des Patienten im Cardiac-Arrest-Center kann der Rettungsdienst nach erfolgter Reanimation diagnostische Daten an das Übernahme-Team im Klinikum (Cardiac-Arrest-Receiving-Team) senden, sodass beim Eintreffen des Patienten unverzüglich eine individuelle Therapie eingeleitet werden kann. Moderne EKG-Geräte des Rettungsdienstes, können zum Beispiel die Echokardiografie zeitgleich an die erfahrenen Kardiologen im Klinikum übermitteln und die Rettungskette somit erheblich verkürzen.
„Der enge Austausch mit dem Rettungsdienst gibt uns im Klinikum die Möglichkeit, schon vor der Übernahme eine erste Diagnose zu stellen und die zur Behandlung notwendige Logistik und erfahrenes Personal beim Eintreffen des Patienten bereitstellen zu können. Je nach Zustand des Patienten kann das ein wartendes Notfall-Team im Schockraum sein oder auch eine Direktübergabe in das Katheterlabor erfordern. Diese strukturierten und lückenlosen Übernahmen der hochgradig instabilen Patienten geben uns wertvolle Minuten, die durchaus für die Prognose der Patienten entscheidend sein können“, ergänzt Prof. Kähler.

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