Institutsportrait

Totale parenterale Ernährung (TPN)

Totale parenterale Ernährung (TPN)

Ärzte verstehen unter parenteraler Ernährung eine Form der künstlichen Ernährung, bei der der Magen-Darm-Trakt umgangen wird. Im Krankenhaus wird sie eingesetzt, wenn der Patient aus  Krankheitsgründen keine normale Nahrung zu sich nehmen kann. Das Ziel der parenteralen Ernährung über eine Infusionslösung ist die optimale Ver­sor­gung des Patienten mit sämtlichen Nährstoffen, Kalorien, Elek­tro­lyten, Vita­mi­nen und Spurenelementen. Bei der Konzeption der Ernährungslösung müssen daher individuelle Patientendaten und die Grunderkrankung berücksichtigt werden. Die pharmazeutische Industrie bietet für die parenterale Ernährung Erwachsener einige Standardinfusionslösungen mit einem bestimmten Mischungsverhältnis und einer festen Kalorienzahl als sogenannte Drei-Kammer-Beutel an. Für viele Patienten ist aber eine individuell abgestimmte parenterale Ernährung aus der Klinikapotheke die bessere Lösung, hierzu zählen vor allem die kleinen Patienten und besonders die Frühgeborenen der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Für die parenterale Nährstoffversorgung von Kindern stehen industriell hergestellte Drei-Kammer-Beutel nicht zur Verfügung, da in aller Regel eine individuelle Versorgung von unseren Ärzten bevorzugt wird, um die Ernährung der kleinen Patienten so optimal wie möglich anzupassen. Die Zusammensetzung der parenteralen Ernährung beinhaltet Makronährstoffen wie Kohlenhydrate, Aminosäuren und Fett sowie Mikronährstoffen wie Elektrolyte, Spurenelemente und Vitamine.

Die Herstellung dieser patientenindividuellen Infusionslösungen erfolgt durch speziell geschulte Mitarbeiter der Apotheke in einem besonderen Herstellungsbereich, der hinsichtlich seiner Betriebsabläufe mit einem modernen Operationssaal vergleichbar ist. Durch die exakte Einhaltung der ­hygienischen Maßnahmen erreicht man in diesen Reinräumen die höchstmöglichste Herstellungsqualität der patientenindividuellen Infusionslösungen für Kinder und besonders für unsere Frühgeborenen.

Ähnlich dem Operationssaal ist das Betreten dieser Räume nur über Personalschleusen möglich. In der Schleuse wird die Straßenkleidung gegen spezielle Schutzkleidung getauscht. Händedesinfektion und das Anziehen steriler Handschuhe gehört zum Standardarbeitsablauf. Um die Partikelbelastung in den Reinräumen so gering wie möglich zu halten, muss man z. B. seinen Schmuck ablegen und darf kein Make-up tragen. Im Reinraumlabor arbeitet jede Person unter kontrollierten Druck- und Klimaverhältnissen in einer hygienisch überwachten Umgebung. Die Zu­bereitung der Infusionslösungen erfolgt in einer mit ­laminarer Luftströmung ausgestatteten sogenannten Laminar-Air-Flow-Werkbank, in denen die Luft durch Spezialfilter nochmals hochgereinigt wird und somit praktisch partikelfrei ist.

Speziell für kleinere Volumina in der Pädiatrie können halbautomatische Befüllungsgeräte für den Mischvorgang verwendet werden. Gesteuert wird das Abfüllen über eine automatische Pumpe, die Einzelvolumina nach Vorgabe exakt abmisst und in den Infusionsbeutel überführt. Das Zuführen von Elektrolyten und Vitaminen erfolgt manuell nach Beendigung der Mischbeutelbefüllung, ebenso werden sämtliche Anschlussleitungen und Bakterienfilter bereits in der Apotheke unter den gleichen Laminar-Air-Flow-Bedingungen montiert. Die Kinderstation erhält somit ein komplettes, mit wenigen Handgriffen anschließbares System.

Durch den hohen Standard der aseptischen Herstellung und die enge Zusammenarbeit mit den Ärzten und dem Pflegepersonal der Kinderstationen wird ein Höchstmaß an Arzneimittelsicherheit garantiert.


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04.09.2018 Kangatraining
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09.10.2018 Ernährung des Säuglings im 1. Lebensjahr
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