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13.03.2019

Interview: Petra Gorholt verschönert Kinderkliniken

Wer in ein Krankenhaus kommt, kann schon mal ein mulmiges Gefühl bekommen. Um vor allem Kindern die Angst vor der Untersuchung zu nehmen, werden Räumlichkeiten von Kinderkliniken oder Arztpraxen oft mit lieblichen Motiven aufgepeppt.

Die Diplom-Grafik Designerin Petra Gorholt hat es sich zur Aufgabe gemacht, die sonst eher kühlen und technischen Räume durch besondere Hingucker zu verschönern: Ob niedliche Tiere, schöne Pflanzen oder Gegenstände, der Fantasie der Künstlerin sind keine Grenzen gesetzt. In einem Interview verrät sie, was sie zu der besonderen Idee bewegt hat und welche ihre bisher größte Herausforderung war.

Frau Gorholt, sind in unterschiedlichsten kreativen Bereichen tätig, und zwar überregional. Wie kriegen Sie Ihre Projekte unter einen Hut?
Meistens kündigen sich umfangreichere Bau- /Umbauprojekte rechtzeitig an. So kann ich größere Zeitspannen einplanen. Viele Projekte erfordern auch nur wenige Tage Arbeit, da ich sehr schnell male. Und es gibt immer freie Zeiten, so dass ich flexibel planen kann. Außerdem habe ich viele Aufträge, die ich von zuhause aus bearbeite, z.B. Illustrationen.

Eines Ihrer Steckenpferde ist das Verschönern von eher kalten und technischen Räumlichkeiten, vor allem in den Bereichen Krankenhaus oder Arztpraxis. Wie und wann sind Sie zur Malerei in Kinderkliniken gekommen?
Als mein Sohn (ich habe drei erwachsene Kinder) mit zwei Jahren in einer Uniklinik behandelt werden musste, hat mich die kalte und technische Umgebung dazu gebracht, schon damals ihn und die anderen Kinder auf der Station mit selbstgemalten Bildern zu unterhalten.

Zu der Zeit entstand mein Wunsch, die Kinderstationen überall schöner zu machen. Es hat dann aber noch ein paar Jahre gedauert, bis mir eine Freundin von einer Neubaumaßnahme in einer Kinderklinik erzählte.

Ich habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt, zuhause ein paar Wände bemalt und die Bilder davon an den Chefarzt geschickt – daraus wurde mein erster Auftrag und seitdem habe ich in ganz Deutschland und darüber hinaus viele Wände bemalt; hauptsächlich in Kinderkliniken und Arztpraxen, aber auch in und an anderen Gebäuden.

Was war Ihre bisher größte Herausforderung in der Malerei?
Die größte Herausforderung war ein Auftrag auf der schönen Insel Sri Lanka. Dort habe ich in einem Heim für Kinder mit Behinderungen gemalt.

Allein meine Farben mitnehmen zu dürfen, war schon schwierig. Ich wusste ja auch gar nicht, womit ich den Kindern dort eine Freude machen konnte. Aber es wurde eine ganz besonders schöne Zeit mit Pinguinen (weil die ja bekanntlich in Deutschland leben) und Nachhilfe im Malen von Elefantenfüßen... Und ganz viel Freude auf den Gesichtern der Kinder, die sich riesig über meine Tiere gefreut haben.

Und wenn alles gut läuft, darf ich etwas Ähnliches noch einmal erleben, diesmal in Eritrea...

Auf welche Wandmalerei sind Sie noch heute besonders stolz?
Ich bin immer dann besonders stolz auf meine Malereien, wenn ich von Mitarbeitern, Patienten, Besuchern angesprochen werde, wie gut meine Arbeit ankommt. Die positiven Reaktionen überwältigen mich immer wieder.

Wenn mich ein Kinderarzt anruft und mir berichtet, dass die kleinen Kinder sich mit dem gemalten Erdmännchen unterhalten, während die Eltern Termine absprechen oder wenn eine Praxis im Altbau, die ich voller Mäuse gemalt hatte, von einer nagelneuen, hochmodernen Praxis abgelöst wird und die Ärzte mich anfordern, weil die Patienten die Mäuse vermissen, dann ist das einfach toll!

Ihre Bilder sind mit viel Liebe zum Detail entworfen und erfreuen kleine und große Betrachter. Wo nehmen Sie Ihre Inspirationen her?
Meine Inspirationen kommen, wenn ich mir die Station ansehe und die zu bemalenden Wände vor mir sehe. Dann entstehen Bilder in meiner Phantasie, da wird ein Dräger-Kasten zum Leuchtturm, Mäuse lugen um die Ecke, Feuerlöscher werden zu Drachen... wilde oder zahme Tiere gucken mich an oder machen Unsinn...

Die kleine Maus, die Sie auch als ihr Lieblingsmotiv und Markenzeichen bezeichnen, bekommt eine Hauptrolle in einem neuen Projekt. Auf welche Abenteuer dürfen wir gespannt sein?
Die Maus oder vielmehr Mäuse überhaupt sind mein Markenzeichen und mein liebstes Motiv.

Sie erscheinen überall da, wo ich male. In einer Klinik in Rheine gibt es sogar einen Klinikführer für Kinder mit einer Maus als Hauptdarsteller. Mäuse entlocken fast jedem Betrachter ein Schmunzeln, sie sind frech, aber auch liebenswert und unaufdringlich.

Auch weiterhin werde ich mit meinen Mäusen gern zusammenarbeiten und sie in Büchern und an Wänden einsetzen (notfalls bei Mäusefürchtenden Mitarbeitern auch ganz versteckt!).

Zur Person

Petra Gorholt ist geborene Bielefelderin. Sie studierte Grafik-Design an der FH-Bielefeld und ist seit 1999 als freiberufliche Designerin tätig. Ihre Aufträge sind sehr vielfältig, ihr Schwerpunkt liegt seit einigen Jahren auf der Wandmalerei in Kinderkliniken und Arztpraxen.

Ausdrucksstark: Erdmännchen Eddi, das Maskottchen der Kinderklinik und seine Freunde, strahlen über beide Ohren. Auch die kleine Maus, das Markenzeichen der Künstlerin, ist mit dabei.

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