Schule für Pflegeberufe

Theoretische und praktische Ausbildung

Klassenzimmer

Die theoretische Ausbildung

Die Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege werden zwei Jahre lang gemeinsam unterrichtet. Im dritten Ausbildungsjahr erfolgt dann eine Differenzierung in beide Berufe. Die Auszubildenden mit dem Berufsziel Gesundheits- und Kinderkrankenpflege absolvieren den Unterricht des dritten Ausbildungsjahres sowohl in Detmold als auch in Herford. Die Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege erhalten ihren Unterricht in der Regel am jeweiligen Standort.

Die Gesamtstundenzahl des theoretischen Unterrichtes beträgt 2.300 Stunden. 500 Stunden Unterricht entfallen dabei auf die Differenzierung in der Gesundheits- und Krankenpflege bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der Unterricht erfolgt in Herford im Blocksystem, in Lemgo und Detmold in einer Kombination von Studientagen und Blocksystem.

Die Themenwahl wurde den neuen Anforderungen angepasst. Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation sowie Beratung und Anleitung von Menschen verschiedenen Alters sind dabei berücksichtigt.
Die theoretische Ausbildung ist in vier fächerintegrative Lernbereiche untergliedert, die sich durch ihre inhaltlichen Schwerpunkte wie folgt unterscheiden:

Lernbereich I

Pflegerische Kernaufgaben":
Wie der Begriff bereits andeutet, dient dieser Lernbereich schwerpunktmäßig der umfassenden Qualifizierung für die Aufgaben, von denen angenommen wird, dass sie gegenwärtig und zukünftig den Kern pflegeberuflichen Handelns ausmachen, und zwar: aktivierend und/oder kompensierend pflegen; bei der medizinischen Diagnostik und Therapie assistieren und in Notfällen handeln; Gespräche führen, beraten und anleiten; organisieren, planen und dokumentieren; Menschen in besonderen Lebenssituationen oder mit spezifischen Belastungen betreuen.

Lernbereich II

"Ausbildungs- und Berufssituation von Pflegenden":

Im Mittelpunkt dieses Lernbereichs steht die berufliche und persönliche Situation der Schülerinnen und Schüler. Hierbei geht es zum einen um ihre Rolle "als Lernende bzw. Auszubildende", also um Themen, die vom "sozialen Lernen" über die "Einführung in die praktische Ausbildung" bis hin zur "persönlichen Gesunderhaltung" reichen. Zum zweiten geht es um die Rolle der Schülerinnen und Schüler als "Angehörige der Pflegeberufe", die anhand von Themen wie "Grundfragen und Modelle beruflichen Pflegens", "ethische Herausforderungen an Pflegende", "Pflege als Wissenschaft" beleuchtet wird. Zum dritten sollen ausgewählte Themen dazu beitragen, die Situation der Schülerinnen und Schüler "als Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen" in das Blickfeld zu nehmen. Viertens gibt es einen Teilbereich, in dem die Situation der Schülerinnen und Schüler als "Betroffene schwieriger sozialer Situationen" ausdrücklich thematisiert wird, z. B. in Hinblick auf "Macht und Hierarchie", "Helfen und Hilflos sein", "Angst und Wut", "Ekel und Scham".

Lernbereich III

Zielgruppen, Institutionen und Rahmenbedingungen pflegerischer Arbeit":

Der Schwerpunkt des Teilbereichs "Zielgruppen pflegerischer Arbeit" liegt in der Auseinandersetzung mit der psychischen, sozialen, kulturellen sowie gesellschaftlichen und ökonomischen Situation junger und alter, kranker und behinderter Menschen. Bei den "Institutionen und Rahmenbedingungen pflegerischer Arbeit" steht die Bearbeitung struktureller und politischer Fragen nicht nur in Bezug auf das Gesundheits- und Sozialsystem, sondern auch bezogen auf das staatliche und ökologische Umfeld im Vordergrund.

Lernbereich IVa und IVb

"Gesundheits- und Krankenpflege bei bestimmten Patientengruppen" und
"Gesundheits- und Kinderkrankenpflege bei bestimmten Patientengruppen":

Dieser Lernbereich dient im wesentlichen dazu, am Beispiel ausgewählter Patientengruppen die im Lernbereich I vermittelten Qualifikationen zu vertiefen und zu erweitern. Das heißt, die "pflegerischen Kernaufgaben" werden hier aus einem neuen Blickwinkel nochmals beleuchtet und um gesundheits- und kranken- bzw. gesundheits- und kinderkrankenpflegespezifische Besonderheiten ergänzt.


Die Lernbereiche I bis III gelten gleichermaßen für die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, nur der Lernbereich IV ist in einen a) gesundheits- und krankenpflegespezifischen und b) gesundheits- und kinderkrankenpflegespezifischen Teil ausdifferenziert.
In den o. g. Lernfeldern werden auch Elemente der Basalen Stimulation und der Validation berücksichtigt. Zur Thematik Kinästhetik bieten wir unseren Auszubildenden einen zertifizierten Grundkurs an.
Darüber hinaus finden Projektwochen, Exkursionen und eine Studienfahrt während der Ausbildung statt.
Zur praktischen Umsetzung der theoretischen Inhalte stehen Demonstrationsräume zur Verfügung.

Schüler im EDV Schulungsraum

An allen Standorten stehen umfassende Unterrichtsmaterialien, eine Bibliothek mit Fachbüchern und einer Reihe von Fachzeitschriften zur Verfügung. Weiterhin sind aktuelle Unterrichtsmethoden mittels Moderationsmaterial und Beamer im Einsatz. Die neuen Medien, und hier insbesondere das Internet können an allen Standorten von den Auszubildenden genutzt werden. Im Rahmen der Lerneinheit 2.12 (EDV) werden alle Auszubildenden in einem modernen EDV-Schulungsraum am Standort Herford in Form eines dreitägigen Seminars mit z. B. "Power-Point", und "Gesundheitsinformationen im Internet" vertraut gemacht.

Die Erhaltung der Gesundheit der Auszubildenden ist uns ein sehr wichtiges Anliegen. Zu diesem Zweck wird während der theoretischen Ausbildung zunächst ein eintägiges Seminar "Rückenschonende Arbeitsweise" angeboten. Weiterhin stehen den Auszubildenden in Lemgo und Detmold eine Reihe von Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung zur Verfügung. Die Auszubildenden in Herford nehmen an zwei zweitägigen Seminaren zur persönlichen Gesunderhaltung teil, in denen sowohl soziale als auch physische und psychische Aspekte erarbeitet werden. Auch die aktive sportliche Betätigung kommt dabei nicht zu kurz.

Die praktische Ausbildung

Die Gesamtstundenzahl der praktischen Ausbildung beträt 2.500 Stunden (darin enthalten ist der Differenzierungsbereich mit 700 Stunden).

Der überwiegende Teil der praktischen Ausbildung findet in den verschiedenen Fachabteilungen der jeweiligen Schulstandorte statt.

  • Pflegestationen in der Inneren Medizin mit den Schwerpunkten der Pflege von Patienten mit Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Lunge und der Nieren (einschließlich Dialyse)
  • Pflegestationen in der Inneren Medizin mit den Schwerpunkten der Pflege von Patienten mit onkologischen und hämatologischen Erkrankungen, Erkrankungen des Magens, des Darmes sowie der Abteilung für Endoskopie
  • Chirurgische Pflegestationen mit den Schwerpunkten der Pflege von Patienten in der Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie, Gefäßchirurgie und der Urologie
  • Chirurgische Pflegestationen mit den Schwerpunkten der Pflege von Patienten in der Unfallchirurgie, Orthopädie und Dermatologie
  • Pflegestationen mit den Schwerpunkten der Pflege von Frau, Mutter und Kind in der Gynäkologie, der Wöchnerinnenstation, dem Kreißsaal und Stationen der Kinderklinik
  • Pflegestationen mit den Schwerpunkten der Pflege von Patienten in der Neurologie und in der Geriatrie
  • Pflegestationen mit den Schwerpunkten der Pflege von Patienten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Tageskliniken
  • Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen der Intensivstationen, der Anästhesie, den Operationsabteilungen und der Zentralen Notaufnahme

Hinzukommen auch Einsätze in der Psychiatrie. Darüber hinaus sind durch das Krankenpflegegesetz eine Reihe von Einsätzen abseits der stationären Versorgung vorgesehen. Diese finden in der ambulanten Pflege in präventiven, rehabilitativen und palliativen Gebieten mit mindestens 500 Stunden statt.

Für Auszubildende des Klinikums Herford finden zurzeit bei folgenden Kooperationspartnern Außeneinsätze statt:

  • Johanniter-Ordenshäuser
  • Weserland-Klinik
  • Median-Kliniken
  • Kliniken am Burggraben
  • Maternus-Klinik für Rehabilitation
  • Kinder- u. Jugendklinik für Psychiatrie des Klinikums Lippe
  • Tagesklinik für Kinder- u. Jugendpsychiatrie
  • Johannes-Falk-Haus
  • Wittekindshof – Kinderheimat
  • Klinik Bad Oexen
  • verschiedene Diakoniestationen im Kreis Herford
  • PHV (Patienten-Heimversorgung) (Dialyse)
  • Lebenshilfe Herford e. V. – Herforder Werkstätten
  • Ev. Diakoniestiftung Wichernhaus
  • Psychiatrische Tageskliniken Herford u. Bünde


Für Auszubildende der Standorte Detmold/Lemgo finden zurzeit bei folgenden Kooperationspartnern Außeneinsätze statt:

  • Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Bad Salzuflen
  • Gemeindepsychiatrisches Zentrum Detmold (gpz)
  • Patientenheimversorgung Dialysezentren Detmold/Lemgo
  • "Wohnstätte das Dach e. V." Detmold/Horn-Bad Meinberg
  • Oberbergklinik Weserbergland Extertal-Laßbruch
  • Tagesklinik "Sucht akut" Lage
  • Median Kliniken (Kliniken am Burggraben/Flachsheide) Bad Salzuflen
  • Lippische Nervenklinik Spernau (Bad Salzuflen)
  • Stationäres Hospiz am Ev. Diakonissenhaus Detmold
  • Stiftung Eben-Ezer Lemgo
  • Fürstin-Pauline Stiftung Detmold
  • Evangelisches Diakonissenhaus Detmold
  • sowie in über 20 ambulanten Pflegediensten im Kreis Lippe

In der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege finden Einsätze darüber hinaus auch in der Frühgeborenen-, Säuglings-, Schulkinderstation, Kinderchirurgie und Pädiatrie statt. Einsätze in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie der ambulanten Pflege werden ebenfalls absolviert.

Während der praktischen Ausbildung werden den Auszubildenden examinierte Pflegekräfte zugeordnet, welche die Auszubildenden anleiten, mit Aufgaben betrauen und deren Lernstand begleiten. Zusätzlich werden regelmäßige Anleitungen auf den Pflegestationen durch weitergebildete Praxisanleiter/innen nach einem methodisch-pädagogischen Konzept sichergestellt.

Ziel dieser Praxisanleitungen in den Kliniken ist es, die Verbindung zwischen der im Unterricht vermittelten Theorie und der Praxis herzustellen und die praktische Umsetzung der theoretischen Inhalte zu fördern und zu fordern. Somit wird eine geplante, zielgerichtete praktische Anleitung entsprechend dem jeweiligen Lern- und Leistungsstandes der Schüler/innen unterstützt und ein gezielter Beitrag zu einer qualitativ anspruchsvollen Ausbildung gewährleistet.

Neben den Praxisanleitern stellen die hauptamtlichen Lehrkräfte die Qualität der praktischen Ausbildung durch regelmäßige Praxisbegleitungen durch Gespräche bzw. Besuche sicher.

Weiterhin wird ein Praxisanleiterarbeitskreis, in dem regelmäßig aktuelle Ausbildungsbelange besprochen werden, von hauptamtlichen Lehrkräften moderiert.

Um die Vernetzung der Theorie und Praxis zu fördern, sind in den praktischen Einsätzen Praxisaufträge zu bearbeiten.


Veranstaltungen

14.08.2017 Informationsabende Mutter-Kind-Zentrum
Informationen rund um die Schwangerschaft und Geburt. mehr ...

17.08.2017 Milchcafé/ Still- und Fläschchen-Treff
Stellen Sie Fragen zur Ernährung und Entwicklung Ihres Babys und tauschen Sie sich aus. mehr ...

30.08.2017 Pflege zu Hause "Pflegekurse für pflegende Angehörige''
Interessierte sind herzlich willkommen. Bitte melden Sie sich dazu telefonisch an. mehr ...

12.09.2017 Rund ums Stillen
Gern beantwortet unsere Still- und Laktationsberaterin Ihre Fragen. mehr ...

Veranstaltungen im Überblick