Klinikportrait

Herzkatheter

Wie lange dauert eine Herzkatheteruntersuchung?

Meist werden etwa 15 Minuten für die Vorbereitung benötigt, 10 bis 20 Minuten für die eigentliche Untersuchung und weitere 5 Minuten für das Entfernen der Zugänge. Wenn eine Ballonaufweitung mit Stentimplantation nötig sein sollte, verlängert sich die Untersuchungszeit um etwa 20 Minuten. 

Ist ein Herzkatheter schmerzhaft?

Nein. Die Untersuchung wird mit örtlicher Betäubung durchgeführt. Die Punktion erfolgt in den meisten Fällen in der Leiste, in vielen Fällen ist auch ein Zugang über das Handgelenk möglich. Die untersuchten Gefäße haben keine Gefühlssensoren, daher ist das Vorführen der Katheter nicht zu spüren. Der Patient ist bei der Untersuchung wach und ansprechbar. Beruhigungsmittel sind nicht erforderlich, auf Wunsch des Patienten kann aber eine leichte Medikation verabreicht werden. 

Wie läuft die Untersuchung ab?

Beim Linksherzkatheter wird eine Arterie punktiert, da man durch die Arterie und die Aorta zur linken Herzhälfte gelangt. Beim Rechtsherzkatheter wird eine Vene punktiert, um über die große Hohlvene zur rechten Herzhälfte zu gelangen. Die Katheter sind - je nach Untersuchungsziel - unterschiedlich geformte Schläuche, die es ermöglichen, Blut abzunehmen, den Druck zu messen und Substanzen einzuspritzen. Beim Linksherzkatheter wird z.B. das Kontrastmittel zur Darstellung der Koronargefäße über diesen Katheter injiziert.

Kann es Komplikationen geben?

Die Herzkatheteruntersuchung ist heute ein Routineverfahren. In unserer Klinik werden etwa 1.500 Prozeduren im Jahr von erfahrenen Untersuchern durchgeführt. Dennoch ist die Herzkatheteruntersuchung nicht völlig frei von möglichen Komplikationen, meistens handelt es sich um kleine Blutungen an der Einstichstelle (Hämatom), nur sehr selten muss operativ nachgearbeitet werden. Schwerwiegende Komplikationen wie Herzstillstand, Schlaganfall oder Thrombosen sind sehr selten und betreffen schwerstkranke Patienten oder Notfälle. Gelegentlich kommt es zu Kontrastmittel-Unverträglichkeiten, die sich durch Hitzegefühl oder Übelkeit ausdrücken können. Diese sind nach entsprechender Behandlung meist nach wenigen Minuten wieder abgeklungen. Eine detaillierte Aufklärung erfolgt am Vortag der Untersuchung. Die Patienten haben dabei Gelegenheit, Antworten auf noch offene Fragen zu bekommen. Im Anschluss an die Aufklärung sollten die Patienten verstanden haben, wie und warum die Untersuchung durchgeführt wird und in welchem Verhältnis die Risiken zum Nutzen der Untersuchung stehen.

Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?

Da die Öffnung an der Punktionsstelle sehr klein ist, verschließt sich diese relativ rasch, sodass der Patient bei Anwendung eines Verschluss-Systems schon nach spätestens vier Stunden wieder aufstehen kann. Bei unkomplizierten Fällen kann der Patient oft noch am Tag der Untersuchung entlassen werden. Bei Gefäßerweiterungen, mit oder ohne Stent, ist meist ein Aufenthalt von 24 bis 48 Stunden erforderlich, je nach Schwere des Falles. Größere körperliche Anstrengungen sollten in den ersten sieben Tagen jedoch vermieden werden.


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