Klinikportrait

Behandlung des akuten Herzinfarktes

Was passiert bei einem Herzinfarkt?

Die Ursache eines akuten Herzinfarktes ist der plötzliche Verschluss eines Herzkranzgefäßes durch ein Blutgerinnsel. Das bedeutet, dass durch diese Arterie kein Blut mehr fließen kann. Der Teil des Herzmuskels, der von dieser Ader mit Sauerstoff versorgt wurde, stirbt danach innerhalb weniger Stunden ab.

Warum ist ein Herzinfarkt so gefährlich?

Auch heute noch stirbt fast die Hälfte aller Patienten, die einen akuten Herzinfarkt haben. Die ersten Stunden nach Beginn des Herzinfarktes sind die gefährlichsten. Es droht vor allem der plötzliche Herztod durch Herzrhythmusstörungen, wie z.B. das Kammerflimmern. In den folgenden Stunden kommt es oft zu einem Kreislaufversagen durch Herzschwäche. Sobald beim Betroffenen der Herzrhythmus durch einen Arzt überwacht werden kann, verbessern sich seine Überlebenschancen dramatisch.

Wie lange kann der Herzmuskel Sauerstoffmangel überleben?

Die einzelne Herzmuskelzelle stirbt spätestens nach 30 Minuten ohne Sauerstoff ab. In der Versorgung des ganzen Muskels mit Blut ist etwas Reserve vorhanden, sodass sich die Überlebenszeit auf bis zu sechs Stunden verlängert. Danach ist jedoch in der Regel der Herzmuskel komplett abgestorben. Herzmuskelzellen regenerieren sich nicht und sind daher für immer verloren.

Kann sich der Muskel wieder erholen, wenn der Verschluss der Arterie beseitigt wurde?

Ja, je eher die Zufuhr an Sauerstoff wieder hergestellt wird, umso mehr Muskel kann gerettet werden. Bevor der Herzmuskel endgültig abstirbt, tritt eine zunehmende Schädigung ein, die aber durch eine frühe Behandlung gestoppt werden kann.

Wann sollte die Arterie wieder eröffnet werden?

Der oberste Grundsatz der akuten Herzinfarkttherapie ist: Die verschlossene Arterie muss so schnell wie möglich wieder eröffnet werden.

Was ist die beste Methode, die Arterie wieder zu öffnen?

Die beste und sicherste Methode ist, die Kranzader mit Hilfe eines Herzkatheters zu öffnen. Im Klinikum Herford gibt es rund um die Uhr einen Bereitschaftsdienst, der die Patienten möglichst schnell - sogar direkt vom Notarztwagen - mit einem Herzkatheter behandelt.

Wie wird eine Koronararterie eröffnet?

Mit einem Herzkatheter – ein dünner Schlauch, der über die Leistenarterie eingeführt wird – wird über einen sehr feinen Draht ein Ballon mit einem zusammengefalteten Stent, einer Gefäßstütze, in den Verschluss vorgeführt. Durch Füllen des Ballons mit Flüssigkeit wird der Ballon mit dem Stent in die Wand gedrückt. Nach Ablassen des Ballons bleibt der Stent in der Arterie und stützt diese von Innen ab. Sofort nach Wiedereröffnung der Ader lässt der Infarktschmerz nach.

Wie bemerkt man einen Herzinfarkt?

Durch den Sauerstoffmangel im Herzmuskel treten ein starkes Engegefühl oder Schmerzen in der Brust mit Todesangst auf. Die Schmerzen können in verschiedene Körperregionen ausstrahlen, zum Beispiel in den linken Arm, in den Hals, in den Kiefer, in den Rücken, in den rechten Arm oder in den Oberbauch. Sehr häufig kommt es auch zu Übelkeit und kaltem Schweiß. Bei einigen Patienten, wie z.B. Menschen mit Diabetes mellitus, bestehen oft nur geringe Beschwerden.

Was soll ich bei akuten Schmerzen im Brustbereich tun?

Wenn Symptome eines Herzinfarktes auftreten und länger als 20 - 30 Minuten anhalten, sollte sofort ein Arzt angerufen werden. Am schnellsten geht es, wenn die Rettungsleitstelle unter der Telefonnummer 112 angerufen wird.

Wann tritt ein Herzinfarkt ein?

Der Herzinfarkt kann zu jeder Tages- und Nachtzeit plötzlich mit und ohne Vorankündigung eintreten. Jeder Mensch mit entsprechenden Risikofaktoren, wie Nikotinabhängigkeit, Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht oder einem erhöhten Cholesterinwert, muss mit einem Herzinfarkt rechnen. Auch Menschen, deren Familienmitglieder einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten haben, sollten besonders aufmerksam sein.

Kann ich auch nachts behandelt werden?

Seit 2004 gibt es im Klinikum Herford rund um die Uhr eine Katheterbereitschaft, auch nachts. Unser Ziel ist es, dass die verschlossene Arterie innerhalb von 60 Minuten nach Eintreffen im Krankenhaus wieder geöffnet ist.


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