Patienteninformation

Zusammenhang zwischen Herzkreislauferkrankungen, Diabetes mellitus und Depression

Etwa 20% aller Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen und/oder Diabetes mellitus leiden gleichzeitig an Depressionen, wobei die psychosomatische Begleiterkrankung oftmals spät diagnostiziert und in vielen Fällen nur unzureichend behandelt wird. In den letzten Jahren hat es einen enormen Zugewinn an Erkenntnissen über den wahrscheinlich multikausalen Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen gegeben (Tab. 1 und 2).

Tabelle 1
Argumente für einen kausalen Zusammenhang zwischen
Depression und koronarer Herzerkrankung

  • Depression ist ein hoher Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen
  • Das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen ist unabhängig vom Schweregrad der Depression. Risiko bei schweren Depressionen, den Major Depression ist größer als bei einzelnen depressiven Symptomen
  • Gesicherter zeitlicher Zusammenhang der Ereignisse Depression und kardiovaskuläre Erkrankung
  • Weitgehend konsistente Befunde epidemiologischer Studien unabhängig von der untersuchten Population
  • Es existieren plausible Thesen über eine pathophysiologische Interaktion der beiden Erkrankungen

Tabelle 2
Hypothesen zur Pathophysiologie der Interaktion zwischen depressiven und kardiovaskulären Erkrankungen

Thesen Wesentliche Befunde
Genetische Assoziation Polymorphismen der das ACE-System und G-Proteine kodierenden Gene (Genotypen ACE I D/DD) und Gβ3 TT); Polymorphismen der Serotonin-Transporter-Gene
Depression konzeptualisiert als „chronische Stresserkrankung“ Erhöhung von CRF, ACTH und Kortisol (u.a.Hyperlipidämie, Insulinresistenz, arterieller Hypertonus); zusätzl. sympatho-adrenale Überaktivität mit Anstieg der Noradrenalinkonzentration im Plasma
Störungen der Hämostase Störungen der Blutgerinnung; erhöhte Thrombozyten-Aggregabilität
Störungen des Fettstoffwechsels Verringerung des HDL-Cholesterins; Erniedrigung von Omega-3-Fettsäuren
Störungen der Funktion des autonomen Nervensystems gesteigerte sympathische und/oder reduzierte kardiovagale Modulation mit der Folge einer erhöhten Herzfrequenz und reduzierter Herzratenvariablität
Verhaltensfaktoren; verändertes Gesundheitsbewusstsein ungesunde Ernährung, Rauchen, Bewegungsmangel, unzureichende Compliance bei Therapie und Rehabilitationsmaßnahmen

In der Konsequenz arbeitet die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik eng vernetzt mit den übrigen somatischen Fachabteilungen des Klinikum Herford und mit dem Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen zusammen, um die betroffenen Patienten interdisziplinär optimal zu behandeln.


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