Informationen zu Darmkrebs

Untersuchungen zur Vorsorge und Diagnostik

Überblick über die diagnostischen Schwerpunkte im Zentrum für Darmkrebs:

  • Darmspiegelung (Koloskopie)
  • Enteroskopie (Spiegelung) des Dünndarms
  • Kapselendoskopie des gesamten Darms
  • Gewebeprobe-Untersuchung (Biopsie)
  • Blutprobe-Untersuchung
  • Ultraschall (Sonographie)
  • Röntgenuntersuchung (Kolon-Kontrasteinlauf und Thorax-Röntgenbild)
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Positronen-Emissions-Tomographie (PET/CT)
  • Virtuelle Koloskopie
  • Endosonographie, Schließmuskelmanometrie

Es gibt verschiedene Untersuchungsmethoden, um Darmpolypen und Darmkrebs so früh wie möglich zu erkennen. Wurde ein Tumor entdeckt, ist ein exaktes Bild der Erkrankung wichtig, um Darmkrebs sowie eventuelle Metastasen zielgenau und mit den richtigen Mitteln zu behandeln. Die wichtigsten Untersuchungsmethoden zum Nachweis eines Tumors sind:

  • Tastuntersuchung (rektal-digitale Untersuchung)
  • Okkultbluttest (Hämocculttest)
  • Koloskopie (komplette flexible Darmspiegelung) und Biopsie
  • Röntgenuntersuchung (Kolon-Kontrasteinlauf)

Wird ein Tumor entdeckt, sind weitere Untersuchungen nötig, um die Ausbreitung auf benachbartes Gewebe und andere Organe zu bestimmen (je nach Ausgangsbefund sind nicht alle Untersuchungen notwendig):

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie/Endosonographie)
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Laboruntersuchungen

Erst nachdem alle erforderlichen Untersuchungen durchgeführt wurden und die Ergebnisse vorliegen, können die individuell auf den Patienten abgestimmten Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Erläuterung der einzelnen Maßnahmen zur Vorsorge und Diagnostik

Anamnese: Ganz am Anfang der Untersuchung nimmt der Arzt in einem persönlichen Gespräch die Krankengeschichte (= Anamnese) auf. Dazu fragt er nach dem aktuellen Befinden und ob in letzter Zeit irgendwelche Besonderheiten bemerkt wurden. Des Weiteren fragt er nach Krankheiten, die bei Verwandten aufgetreten sind – insbesondere, ob jemand aus der Familie an Krebs leidet oder gestorben ist. Mit diesen Fragen kann der Arzt einschätzen, ob eventuell ein familiäres Risiko für Darmkrebs oder andere Krebserkrankungen vorliegt.

Die körperliche Untersuchung: Nach der Anamnese wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Dabei wird der Bauch gründlich abgetastet (eventuell im Zusammenspiel mit einer Ultraschalluntersuchung). In bestimmten Fällen wird außerdem mit einem Stethoskop abgehört, um festzustellen, ob die Darmgeräusche normal oder verändert klingen.

Austastung des Mastdarms: Der Arzt tastet den Bereich des Mastdarms mit dem Finger ab. Etwa die Hälfte der Tumoren im Mastdarm können so entdeckt werden. Allerdings kommen Darmtumoren oder -polypen häufig auch in höher gelegenen Darmabschnitten vor, so dass die Austastung des Mastdarms allein als Darmkrebsvorsorge nicht ausreicht.

Stuhltests: Es gibt verschiedene Arten von Stuhltests. Sie unterscheiden sich in dem Stoff, der im Stuhl nachgewiesen wird und der Art, wie sie dies tun. So können zum Beispiel Blut oder aber spezielle Enzyme, die der Darmkrebs produziert, nachgewiesen werden.

Test auf verstecktes Blut im Stuhl (Hämokulttest): Mit diesem Test lässt sich verborgenes, mit dem bloßen Auge nicht sichtbares Blut im Stuhl aufspüren. Der Patient trägt zu Hause kleine Proben (etwa erbsengroß) aus drei verschiedenen Stuhlgängen innerhalb einer Woche auf drei Briefchen auf, verschließt sie und übergibt sie dem Arzt. Dieser lässt den Test in einem Labor auswerten. Auch wenn das Ergebnis positiv ist, also Blut im Stuhl nachgewiesen wird, bedeutet das nicht unbedingt Krebs. Nur bei einem von zehn Patienten wird durch weitere Untersuchungen ein bösartiger Tumor entdeckt. Bei den übrigen hat die Blutung andere Ursachen. Fremdstoffe aus der Nahrung wie Vitamin C, rohes Fleisch oder Blutwurst sowie Arzneimittel in hohen Dosierungen, die beispielsweise bei Schmerzen und Gelenkbeschwerden verordnet werden, können das  Testergebnis verfälschen. Der Okkultbluttest sollte mit einem Alter von über 50 Jahren regelmäßig (einmal im Jahr) durchgeführt werden. 25 bis 30 Prozent der Polypen und Tumoren können durch diesen Test gefunden werden. Schlägt er einmal positiv an, muss der Befund unbedingt durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden. Wichtig: Da nicht jeder bösartige Tumor blutet, kann auch bei einem negativen Testergebnis eine Krebserkrankung vorliegen. Sicherheit gibt nur die Darmspiegelung.

Darmspiegelung (Koloskopie): Die Darmspiegelung ist die zurzeit effektivste und treffsicherste Methode, Tumoren und Polypen im Darm aufzuspüren. Bei der Darmspiegelung führt der Arzt ein  dünnes, schlauchförmiges Untersuchungsgerät (Endoskop) durch den After in den Darm ein. An der Spitze des Gerätes ist eine Mini-Kamera montiert, mit deren Hilfe das Innere des Darms genau inspiziert werden kann. Durch spezielle Arbeitskanäle im Endoskop können kleine Instrumente in den Darm vorgeschoben werden, mit denen Gewebeproben entnommen oder gefährliche Darmpolypen aus dem Darm entfernt werden können. Mit modernen Geräten, die mit weichen Schläuchen und winzigsten Kameras und Lichtquellen arbeiten, ist diese Untersuchung weniger belastend. Wer Angst vor der Untersuchung hat, sollte sich mit dem Arzt über ein leichtes Medikament zur Entspannung oder ein Betäubungsmittel beraten, so dass der Eingriff in der Regel schmerzfrei ist. Die Koloskopie wird in den meisten Fällen ambulant durchgeführt.          

Vor der Darmspiegelung: Als unangenehm erleben die meisten Menschen lediglich die vor der Untersuchung notwendige Darmentleerung. Der Darm muss gründlich gereinigt werden. Bereits eine Woche vor der Untersuchung sollte auf grob geschrotetes Brot, Obst und Gemüse mit kleinen Kernen, Müsli und ähnliche Lebensmittel verzichtet werden. Kleine Kerne verbleiben sehr lange im Darm und können die feinen Kanäle der Endoskope verstopfen. Am Tag vor der Untersuchung darf morgens noch ein leichtes Frühstück verzehrt werden und mittags eine klare Brühe. Danach nur noch Getränke wie Mineralwasser, Tee und Fruchtsäfte ohne Fruchtfleisch. Für den Nachmittag verordnet der Arzt für die Darmreinigung eventuell ein Abführmittel. Außerdem wird zur Vorbereitung eine spezielle Abführlösung – etwa zwei bis drei Liter – getrunken werden. Je mehr davon getrunken wird, desto besser ist der Darm gereinigt. Am Tag der Untersuchung wird morgens (terminabhängig) wiederum die Abführlösung – etwa ein bis zwei Liter – getrunken. Nach Bedarf kann zusätzlich noch Wasser getrunken werden.

Weitere Informationen zum Thema Darmspiegelung finden Sie auf den Seiten der Medizinischen Klinik I

Virtuelle Koloskopie (CT-Kolonographie): Als neues Verfahren ermöglicht die so genannte virtuelle Koloskopie eine  Darmspiegelung von außen. Allerdings muss der Darm genauso mühsam gereinigt werden, wie für die Darmspiegelung. Mit den Verfahren der Computertomographie (CT, diese bedeutet eine zusätzliche Srahlenbelastung) oder  Magnetresonanztomographie (MRT) werden Schichtaufnahmen vom Bauchraum erstellt, die mit Hilfe eines 3D-Computerprogrammes in ein räumliches Bild vom Darm umgewandelt werden. Am Bildschirm kann der Arzt nun den Darm nach verdächtigen Bezirken absuchen. Der Vorteil der Methode ist, dass kein Untersuchungsinstrument in den Darm eingeführt werden muss. Allerdings können bei der virtuellen Koloskopie kleine oder flache Darmpolypen oder kleine Darmkrebstumore übersehen werden. Wird ein Polyp oder Tumor gefunden, muss sich eine normale Darmspiegelung anschließen, um den Polypen mit Hilfe der Endoskope entfernen zu können oder Proben zu entnehmen. Stuhlreste können zusätzlich Tumore vortäuschen und zu unnötigen Koloskopien führen. Zur Zeit sind diese Methoden nicht zur allgemeinen Vorsorge oder Untersuchung empfohlen. Sie befinden sich im Stadium der wissenschaftlichen Erforschung im Rahmen von Studien. Für einzelne Patienten können sie heute zur Anwendung kommen.

Biopsie (Gewebeprobe): Bei einer Biopsie entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe – in den meisten Fällen während einer Darmspiegelung, was völlig schmerzfrei für den Patienten ist. Falls nötig kann die Entnahme einer Gewebeprobe aber auch während einer laufenden Operation erfolgen. Dann wird die Probe in kürzester Zeit untersucht und dem Operateur das Ergebnis direkt mitgeteilt. Nach einer Entnahme während der Darmspiegelung wird die Probe anschließend von einem speziell dafür ausgebildeten Arzt, einem  Pathologen, sowohl mit dem bloßen Auge, als auch unter dem Mikroskop genau untersucht. Bei der mikroskopischen Untersuchung des entnommenen Gewebes kann der Pathologe die biologischen Eigenschaften eines Tumors genau bestimmen und Hinweise auf die Bösartigkeit gewinnen. Das „Grading" (aus dem Englischen) beschreibt, wie stark sich die Tumorzellen mikroskopisch von normalen, „ausgereiften" Zellen unterscheiden. Nach bestimmten Merkmalen werden Tumoren in vier Grade von G1 bis G4 eingeteilt. Nähere Informationen finden Sie unter dem Register „Operation und Histologischer Befund". Wenn der Pathologe seine Analysen abgeschlossen hat, erstellt er den histologischen Befund, der dem behandelnden Arzt zugeschickt wird. Die histologische (feingewebliche) Untersuchung ist die einzige Methode, mit der Krebs sicher erkannt werden kann. Alle anderen Untersuchungen, wie beispielsweise das Röntgen, können nur Hinweise, aber keine Beweise bringen.

Weitere Infomationen zur gewebeproblichen Untersuchung finden Sie auf den Seiten des Institutes für Pathologie

Kolon-Kontrasteinlauf: Der Kolon-Kontrasteinlauf tritt als Untersuchungsmethode heute – gegenüber der Darmspiegelung, die bessere Diagnosemöglichkeiten bietet und während der auch direkt eine Gewebeprobe entnommen werden kann – in den Hintergrund. Manchmal ist eine komplette Darmspiegelung jedoch nicht möglich (z.B. nach Operationen oder bei Verwachsungen). In solchen Fällen kommt ein Kolon-Kontrasteinlauf als Ersatzuntersuchung zum Einsatz oder heute in einzelnen Fällen die virtuelle Koloskopie. Auch beim Kolon-Kontrasteinlauf muss der Darm vor der Untersuchung vollständig entleert werden. Anschließend wird ein Kontrastmittel über den After in den Dickdarm verabreicht. Diese Flüssigkeit macht den Darm auf den Aufnahmen für den Arzt besser sichtbar. Bei der so genannten Doppelkontrastuntersuchung wird anschließend Luft in den Darm eingegeben – wie bei der Koloskopie – um eine bessere Darstellung zu erzielen. Einengungen des Darmes, Aussackungen der Darmwand und Geschwüre lassen sich ebenfalls mit dem Kolon-Kontrasteinlauf meist gut erkennen.

Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Die Ultraschalluntersuchung ist für den Patienten völlig schmerzfrei und außerdem sehr schonend, weil sie keine Röntgenstrahlen verwendet. Inzwischen ist sie eine der bewährtesten Verfahren zur Diagnose, da die modernen Geräte präzise, hochauflösende Bilder aus dem Körperinnern liefern. Der Arzt kann selbst kleinste Veränderungen an den Organen erkennen. Besteht der Verdacht auf Darmkrebs, kann der Arzt mit Hilfe der Sonographie nach Tochtergeschwülsten (Metastasen) eines bösartigen Darmtumors fahnden. Er betrachtet die Leber, Gallenblase, Milz, Bauchspeicheldrüse und die Nieren sowie die Lymphknoten und Gefäße in dieser Region genau. Dazu wird zunächst ein spezielles Gel auf den Bauch des Patienten aufgetragen, um einen vollständigen, luftfreien Kontakt zwischen dem Schallkopf und der Bauchhaut herzustellen. Anschließend gleitet der Arzt von außen mit dem Ultraschallkopf über den Bauch.

Weitere Informationen zur Ultraschall-Untersuchung finden Sie auf den Seiten der Klinik für Nuklearmedizin

Endosonographie: Die Endosonographie ist eine Kombination aus Endoskopie und Ultraschall. Bei der Untersuchung führt der Arzt den Schallkopf in den Enddarm ein. Er kann erkennen, wie weit der Tumor sich ausgebreitet hat und ob er möglicherweise die Darmwand schon überschritten hat. Auch eine Beurteilung der Lymphdrüsen lässt sich mit dieser Untersuchungsmethode durchführen. Aufgrund der gewonnenen Bilder kann die Operation genau geplant werden und zum Beispiel auch die Frage geklärt werden, ob bei der Operation der Schließmuskel erhalten werden kann. Werden bei einer Ultraschallaufnahme bestimmte Veränderungen entdeckt, wird der Arzt mit Hilfe der Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) seine Diagnose im Einzelfall absichern.

Röntgen des Brustkorbs: Um eventuelle Metastasen in der Lunge finden zu können, wird üblicherweise der Brustraum (Thorax) geröntgt. Auf dem Röntgenbild können die beiden Lungen gut abgebildet werden und auch die Knochen des Brustkorbs, die Herzgröße und mögliche Veränderungen im Mittelfell zwischen den Lungen, wo sich Lymphknoten befinden. Verbreiterungen des Mittelfells können Hinweise auf Lymphknotenmetastasen sein. Es werden immer zwei Röntgenaufnahmen angefertigt – von hinten und von der Seite. Werden Auffälligkeiten entdeckt, wird der Befund durch eine  Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Brustkorbs abgeklärt.

Computertomographie (CT): Bei Verdacht auf Darmkrebs wird die Computertomographie häufig als Ergänzung zu anderen Diagnoseverfahren eingesetzt. Mit der CT können Lage und Ausbreitung  des Tumors überprüft und mögliche Metastasen (hauptsächlich in der Leber) aufgespürt werden. Das Verfahren liefert dem Arzt wichtige Hinweise, um die anschließende Behandlung genau zu planen. Die CT ist eine bildgebende computergestützte Röntgenuntersuchung, bei der der Körper Schicht für Schicht durchleuchtet wird und die Details von wenigen Zentimetern Größe erkennen lässt. Bei zeitgemäßen CT-Geräten, so genannten Spiral-Computertomographen, entstehen die Querschnittbilder, indem die Röntgenröhre während der Aufnahme um den  Körper rotiert. Dabei erzeugt sie einen fächerförmigen Röntgenstrahl, der beim Durchdringen des Körpers von den einzelnen Körpergeweben wie Knochen, Muskeln und Fett unterschiedlich abgeschwächt wird. Detektoren messen dann die aus dem Körper austretende Strahlendichte und der Computer errechnet daraus ein Bild. Da sich die einzelnen Organe nicht überlagern, sind diese Bilder viel präziser als normale Röntgenaufnahmen. Eine Weiterentwicklung der CT ist die Ultraschnelle Computertomographie (UCT), bei der die Röntgenröhre besonders schnell um den Körper rotiert und dadurch Aufnahmen in noch kürzeren Zeitabständen erfolgen. Die Bilder sind noch schärfer und sogar Organe, die sich in ständiger Bewegung befinden, können sehr präzise dargestellt werden. Ein Nachteil der Computertomographie ist die Strahlenbelastung, die der Patient bei dieser Untersuchung ausgesetzt ist. Die hohe Aussagekraft rechtfertigt jedoch meist die Durchführung. Eine Alternative stellt die Magnetresonanztomographie (MRT) dar.

Magnetresonanztomographie (MRT):  Bei der MRT (auch Kernspintomographie genannt) wird der Körper ebenfalls schichtweise dargestellt – allerdings setzt sie keine Röntgenstrahlen wie die CT ein, sondern nutzt das Verhalten des Körpergewebes in einem starken Magnetfeld. Wasserstoffreiche Gewebe zeichnen sich im Schichtbild weiß ab, wasserstoffarme dagegen schwarz. Flüssigkeiten erscheinen also hell, Fett und Muskulatur dunkel. Erkranktes Gewebe enthält häufig mehr Wasser als gesundes, sodass eine Unterscheidung möglich ist. Vor einer Magnetresonanztomographie müssen alle metallhaltigen Gegenstände (Schmuck, Brillen, Hörgeräte, Bank- und Kreditkarten) abgelegt werden. Menschen, die einen Herzschrittmacher oder andere  Metallgegenstände im Körper tragen (wie etwa Platten, Schrauben oder Nägel), müssen den Arzt unbedingt vorher darüber informieren. Nicht für jeden Tumor oder jede Tumorlokalisation ist zur Zeit geklärt, welche Untersuchung die höhere Aussagekraft hat. In der Regel steht aber die Computertomographie vor der Kernspintomographie und davor sollte eine Ultraschalluntersuchung geschaltet sein, die allein ausreichend sein kann.

Weitere Informationen zur Magnetresonanztomographie finden Sie auf den Seiten der Klinik für Nuklearmedizin

Positronen-Emissions-Tomographie (PET): Bei der Ausbreitungsdiagnostik von Tumorerkrankungen bietet die PET (ein nuklearmedizinisches, bildgebendes Verfahren) in manchen Fällen eine wertvolle Hilfestellung. Bei der PET machen sich die Ärzte die Erkenntnis zunutze, dass Krebszellen, deren Wachstum entartet ist, einen deutlich höheren Traubenzucker-Verbrauch gegenüber gesunden Zellen haben. Dadurch hebt sich der Tumor im PET-Bild ganz deutlich vom gesunden Gewebe ab. Der Arzt sieht diese Konzentrierung von markiertem Traubenzucker als farbige Bezirke. Dafür wird in der Krebsdiagnostik das Biomolekül FDG (F18- Desoxyglukose) erfolgreich eingesetzt. Es ist ein mit radioaktivem Fluor markiertes Traubenzuckermolekül, das vom Körper ganz normal verstoffwechselt wird und mit einer speziellen Kamera aufgezeichnet werden kann. Für die PET muss der Patient nüchtern sein – also sechs bis acht Stunden vorher nichts mehr gegessen oder getrunken haben, außer Mineralwasser und ungesüßten Tee. Der Arzt spritzt dem Patienten vor der Untersuchung die schwach radioaktiv markierte Traubenzuckerlösung, die sich während einer Wartezeit von etwa einer Stunde im Körper verteilt. Anschließend wird der Patient langsam auf einer Liege in den Positronen-Emissions-Tomographen geschoben – ähnlich wie bei der Computertomographie. Auch wenn bei der PET schwach radioaktive Stoffe verwendet werden, sind die Mengen so gering, dass keine hohe Strahlenbelastung zu befürchten ist. Allerdings hat die PET Untersuchung bei Krebserkrankungen des Dickdarmes keine wesentliche Bedeutung erlangt. Der Darmkrebs ist primär oft gut heilbar und bei Metastasen gibt es gute Früherkennungssysteme. Der primäre Einsatz der PET liegt heute bei der Ausbreitungsdiagnostik vieler bösartigerer Tumoren wie dem Lungen-Krebs.

Weitere Informationen zur Positronen-Emissions-Tomographie (PET) finden Sie auf den Seiten der Klinik für Nuklearmedizin

Laboruntersuchungen:  Besteht der Verdacht auf Darmkrebs, liefert eine Blutuntersuchung dem Arzt wertvolle Informationen über den Allgemeinzustand des Patienten und über die einzelnen Organe, wie Leber und Nieren. In der Krebsdiagnostik werden folgende Laboruntersuchungen am häufigsten durchgeführt:

  • Blutbild: Bei einem Blutbild wird die Zahl von roten Blutkörperchen (Erythrozyten), weißen Blutkörperchen (Leukozyten), Blutplättchen (Thrombozyten) sowie die Menge des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) in einer Blutprobe bestimmt. Die roten  Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff von der Lunge in den gesamten Körper und sind für die Energiegewinnung lebensnotwendig. Ein gesunder erwachsener Körper verfügt über rund 25.000 Milliarden roter Blutkörperchen. Sind im Körper zu wenige rote Blutkörperchen vorhanden oder der Hämoglobinwert zu niedrig, spricht man von Blutarmut (Anämie). Die Aufgabe der weißen  Blutkörperchen ist die Abwehr von Krankheitserregern – sie sind gewissermaßen die Blutpolizei. Findet ein krankhafter Prozess im Körper statt, steigt oder fällt die Anzahl der Leukozyten. Sind sie deutlich erhöht, liegt möglicherweise eine bakterielle Infektion vor, die der Körper gerade bekämpft. Haben bei einer Krebserkrankung Metastasen das Knochenmark befallen, kann das die weißen Blutkörperchen verringern, da sie im Knochenmark gebildet werden. Auch Medikamente zur Behandlung von Krebs können die Leukozyten im Blut reduzieren. Während einer Chemotherapie muss deswegen regelmäßig das Blutbild kontrolliert werden. Die Blutplättchen sind wichtig für die Blutstillung und Blutgerinnung. Ist eine Gefäßwand verletzt, kleben sie aneinander und bilden einen Pfropf. Dadurch verhindern sie, dass Blut verloren geht und Keime in den Körper gelangen. Gleichzeitig setzen sie Stoffe frei, die die Blutgerinnung in Gang setzen. Sind zu wenige Blutplättchen im Blut, kommt es zu einer verstärkten Blutungsneigung. Auch durch Bestrahlung oder Zytostatika bei einer Chemotherapie kommt es gelegentlich zu einer Verminderung der Blutplättchenzahl.
  • Blutsenkung (BSG): Die Messung der Blutsenkungsgeschwindigkeit ist eine aussagekräftige aber sehr ungenaue Methode zur Erfassung von krankhaften Veränderungen im Körper. Sie zeigt, mit welcher Geschwindigkeit die Blutkörperchen in einem Messröhrchen sinken. Die Geschwindigkeit, mit der sich die festen Bestandteile nach unten absetzen, ist bei manchen Krebspatienten höher. Man misst jeweils nach einer Stunde und nach zwei Stunden. Auch andere Erkrankungen wie Infektionen, akute und chronische Entzündungen können die Senkungsgeschwindigkeit beschleunigen. Normalwerte sind bei Männern 3 bis 8 Millimeter nach der ersten, 6 bis 20 Millimeter nach der zweiten Stunde und bei Frauen 3 bis 10 Millimeter bzw. 6 bis 20 Millimeter. Es gibt gesunde Menschen die eine deutlich erhöhte Blutsenkung haben, ohne dass dem eine Erkrankung zu Grunde liegt.
  • Blutgerinnung: Das Gerinnungssystem schützt den Körper vor Blutungen und Blutverlusten bei  äußeren Verletzungen oder Gefäßveränderungen im Inneren. Die Blutgerinnung ist ein komplexes Zusammenspiel von Blutplättchen und verschiedenen Gerinnungsfaktoren, das wie eine Kettenreaktion abläuft. Mit jeder einsetzenden Gerinnung werden gleichzeitig Stoffe aktiviert, die die Gerinnung hemmen beziehungsweise Blutgerinnsel wieder auflösen können. Funktionsstörungen der Leber, etwa durch Lebermetastasen hervorgerufen, können eine fehlerhafte Gerinnung zur Folge haben, da viele Gerinnungsfaktoren in der Leber gebildet werden.
  • Leberwerte: Die Leber ist in unserem Körper das Entgiftungsorgan. Außerdem produziert sie zahlreiche Substanzen, wie zum Beispiel lebenswichtige Enzyme, die für den gesamten Stoffwechsel eine zentrale Rolle spielen. Bei der Diagnostik von Darmkrebs können die Leberwerte Hinweise auf Metastasen in der Leber geben.
  • Nierenwerte: Die Nieren sind das Kontrollorgan der Körperflüssigkeiten und sorgen dafür, dass Volumen und Zusammensetzung des Blutes konstant bleiben. Sie filtern Substanzen aus dem Blut und sondern sie ab. Ist die Funktion der Nieren gestört, steigt der Kreatininwert im Blut, weil die Nieren ihn nicht ausreichend herauszufiltern vermögen. Der Harnstoffwert ist vor allem dann erhöht, wenn im Körper verstärkt Gewebe abgebaut wird. Erhöhte Nierenwerte geben auch Hinweise auf einen Urinstau, der durch einen großen Darmtumor verursacht werden kann.

Tumormarker: Für die Behandlung von Tumoren sind Tumormarker von Bedeutung. Es handelt sich hierbei um spezielle Eiweißstoffe, die von Krebszellen abgesondert werden und ins Blut gelangen. Eine Erhöhung des Tumormarkers im Blut kann ein Hinweis auf eine bösartige Veränderung des Gewebes sein. Leider ist dieser Stoff (CEA: Carcinoembryonales Antigen) nicht bei allen Darmkrebspatienten vorhanden. Ein negativer oder normaler Tumormarker schließt eine Krebserkrankung deshalb nicht aus. Auf der anderen Seite können auch andere Krankheiten zu erhöhten Werten führen. Sie sind deshalb in der Regel (Ausnahme Prostata, Leberkrebs bei Leberzirrhose) nicht für die Vorsorge geeignet. Tumormarker werden zur Kontrolle des Krankheitsverlaufes und im Rahmen der Krebsnachsorge in regelmäßigen Abständen bestimmt. Wird ein Tumor operativ entfernt, sinken die Messwerte der Tumormarker. Steigen sie wieder, deutet das auf ein erneutes Auftreten der Krankheit hin.


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