Patienteninformation

Familiärer Brust- und Eierstock-Krebs

Im Brustzentrum des Klinikums werden auch Frauen beraten und behandelt, welche aus Familien mit erhöhtem Krebsrisiko stammen oder selbst schon an erblich bedingtem Krebs erkrankt sind. Dieses betrifft vor allem die Karzinome der Brust, der Eierstöcke, des Dickdarms und der Gebärmutter.

Für Frauen mit erblich bedingtem Brustkrebs und/ oder Eierstockkrebs mit Nachweis von Mutationen der Gene BRCA1 und BRCA2 gibt es in Deutschland das Angebot einer intensivierten Vorsorge an den 15 Zentren für erblichen Brust- und Eierstockkrebs. Dort findet in den meisten Fällen auch die Beratung der nicht erkrankten Mutationsträgerinnen für prophylaktische Maßnahmen bis zur vorsorglichen Operation statt. In vielen Fällen fragen aber auch Patientinnen oder Angehörige von Erkrankten nach, ob ein erhöhtes Krebsrisiko in der Familie besteht und wie man sich schützen kann.

Neuerdings ist für die Gene RAD51C/D und die polygene Konstellation Check2 ein erbliches Brustkrebsrisiko ermittelt worden. Eindeutige Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen haben sich noch nicht ergeben.

Es gibt zusätzlich auch noch familiäre Häufungen ohne eindeutigen Gen-Mutationsnachweis. Bei einer einseitigen Brustkrebserkrankung wird nicht selten die Frage nach dem Risiko für die noch gesunde Brust gestellt. Viele Frauen, die relativ jung erkrankt sind, fragen auch nach, ob nicht zusätzlich eine Entfernung der Eierstöcke angebracht sei.

In Fällen von erblich bedingtem Dickdarmkrebs (HNPCC) ist in bis zur Hälfte der Fälle mit einem Endometriumkarzinom (Gebärmutterkrebs) zu rechnen. Diese Frauen werden in der Vorbereitung zur Darmoperation über die Möglichkeit einer gleichzeitigen Entfernung der Gebärmutter aufgeklärt.

Ebenso werden Frauen, die jung (< 50) an einem Endometriumkarzinom erkranken zur Möglichkeit einer Früherkennung des Darmkrebses beraten.
Grundsätzlich orientieren wir uns in der Frauenklinik an den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO): Frauen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko für Brustkrebs sind Ratsuchende und nicht Patientinnen. Dem Angebot präventiver Maßnahmen geht eine umfassende und ausführliche Beratung mit Nutzen/ Risikoabwägung voraus. Das Nichtschadensprinzip steht dabei im Vordergrund (Primum nil nocere).

Folgende Risikofälle sollten auf Mutationen in den Genen BRCA1 und 2 getestet werden:

Familien mit (je aus einer Familienseite)

  • mindestens drei an Brustkrebs erkrankten Frauen unabh. vom Alter
  • mindestens zwei an Brustkrebs erkrankten Frauen, von denen eine vor dem 51 Lebensjahr erkrankt ist
  • mindestens einer Brust- und einer an Eierstockkrebs erkrankten Frau
  • mindestens einer an Brust- und Eierstockkrebs erkrankten Frau
  • mindestens zwei an Eierstockkrebs erkrankten Frauen
  • mindestens einer an beidseitigem Brustkrebs erkrankten Frau mit einem Ersterkrankungsalter vor dem 51. Lebensjahr
  • mindestens eine an Brustkrebs erkrankte Frau vor dem 36. Lebensjahr
  • mindestens ein an Brustkrebs erkrankter Mann und mindestens ein/e weitere/r Verwandte/r

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