Psychosoziale Versorung von stationär und ambulant betreuten Patienten
Im Jahre 1995 schuf das Klinikum Herford, damals wie heute richtungweisend, mit der Abteilung für Psychookologie die notwendigen Strukturen zur Versorgung der psychosozialen Belange krebskranker Patienten. Schnell wurde deutlich, dass diese Betreuung nicht nur den von Krebs Betroffenen wesentlich helfen kann. Die Erfahrung mit vielen Tausend Patientinnen und Patienten und deren Angehörige hat gezeigt, dass eine Vielzahl anderer Patientengruppen von einer derartigen Betreuung profitieren können.
Die Aufgaben des Instituts für klinische Psychologie betrifft weiterhin unverändert die psychoonkologische Versorgung von krebsbetroffenen Menschen und deren Angehörigen. Die Patientenbetreuung erfolgt dabei schwerpunktmäßig im Liaisondienst am Klinikum Herford, das heißt, dass klinische Psychologen bestimmten Abteilungen fest zugeordnet und dort für die Betreuung der Patienten als auch der Unterstützung von Ärzten und Pflegekräften sind.
Die Betreuung der nicht stationären Patienten ist ebenso gewährleistet wie die der Stationären. Nach Ende des Klinikaufenthaltes sind weitere Kontakte möglich und gewünscht. Sollte der Wunsch nach einer anschließenden intensiven psychologischen Betreuung vorhanden sein, ist das Institut für klinische Psychologie bei der Suche nach einem Therapeuten behilflich.
"Unser Ziel ist es, die erkrankten Menschen mit hoher psychosozialer Belastung begleitend zur Diagnostik, Behandlung und Nachsorge je nach Bedarf zu informieren, zu unterstützen und psychotherapeutisch zu behandeln."
Konkretisiert wird dieser Satz durch die Leistungsangebote und Versorgungsschwerpunkte der Psychoonkologie. So werden sowohl die psychoonkologische Psychotherapie und psychosoziale Intervention durchgeführt als auch Beratungsleistungen angeboten, wie sie durch das Projekt Case Management: Psychoonkologie intensiv verfolgt und vorangetrieben werden.
Therapeutisch tätig wird das Team durch Patienteninformation und -aufklärung (Patientenedukation, Patienten- und Angehörigenberatung), Patientenunterstützung (Krankheitsbewältigung und verhaltensmedizinische Interventionen) und Psychologische Psychotherapie (schwerpunktmäßig kognitive Verhaltenstherapie und Krisenintervention).
Zusätzlich werden Patienten mit Schmerzzuständen unklarer Ursache regelmäßig wöchentlich einer berufsgruppenübergreifend besetzten Arbeitsgruppe vorgestellt und diskutiert. Hierbei nehmen die Psychologen des Instituts für Psychoonkologie sowohl beratend als auch behandelnd teil. Weitere Informationen finden Sie weiter unten auf der Seite "Psychologische Schmerztherapie".
Das Institut für klinische Psychologie kooperiert mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, den Selbsthilfegruppen, fallweise mit den ärztlichen und psychotherapeutischen Qualitätszirkeln, anderen Krankenhäusern und vielen anderen Einrichtungen des Kreises Herford. Ziel ist es, die psychologisch-psychosoziale Versorgung im Kreis Herford zu erweitern und auf fach- wie gesundheitspolitischer Ebene die psychologische Versorgung von hochbelasteter Patienten weiter zu verbessern.
Nicht zuletzt deshalb wurde durch das Institut für klinische Psychologie im Januar 2004 die Krebsberatungsstelle am Klinikum Herford eröffnet, die seit 2006 in die Trägerschaft des Kreises Herford übergegangen ist. Mit dieser Beratungsstelle verbindet das Institut für klinische Psychologie eine enge Zusammenarbeit.
Der Sicherung der Versorgungsqualität dienen weiterhin Fortbildungsangebote zu psychologischen Themen für Ärzte Pflegekräfte und Psychologen. Hinzu kommen ständige Supervisionen, die sowohl formell im Rahmen diverser Supervisionsgruppen als auch informell im Rahmen problem- und zielorientierter Einzelgespräche angeboten werden.
Neben der psychologischen Versorgung nimmt das Institut für klinische Psychologie eine nicht unerhebliche Rolle im Rahmen der Forschung im Bereich der Versorgungspsychologie und im Versorgungsmanagement wahr. Hierzu kann auf zahlreiche Veröffentlichungen verwiesen werden.
Die Mitarbeiter nehmen darüber hinaus ständig an Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen teil, um ständig auf dem neuesten Stand des psychologischen Wissens zu bleiben.
Das Klinikum Herford ist an der ständigen qualitätsgesicherten Entwicklung seiner Kliniken, Abteilungen und Institute interessiert. Die Übernahme weiterer Arbeitsbereiche ist deshalb nur konsequent. Unter massiven psychischen Belastungen aufgrund ihrer Krankheiten leiden nicht nur onkologisch erkrankte Patienten sondern beispielsweise auch Menschen mit chronischen neurolgogischen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose sondern auch solche nach einem akuten Schlaganfall. Die Verbesserung des Versorgungsangebotes für diese Patienten erhält zukünftig einen noch größeren Stellenwert.
Patientinnen und Patienten nach schweren Unfällen können auch weiterhin neben einer medizinischen Versorgung auf höchstem Niveau auch, wenn gewünscht, von einer Betreuung auch der psychischen Unfallfolgen ausgehen.