In der Kinder- und Jugendklinik werden – mit Ausnahme der hämatologisch-onkologischen Patienten – sämtliche Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters bis zum 18. Geburtstag behandelt. Daraus ergeben sich im stationären Bereich folgende Leistungsschwerpunkte:
Außer den speziellen diagnostischen Maßnahmen stehen als weitere Untersuchungsmöglichkeiten all dieser Krankheiten selbstverständlich das EKG und das Langzeit-EKG sowie Echokardiografie, Sonografie sämtlicher Organe, CT und MRT neben der normalen Röntgenuntersuchung zur Verfügung.
Durch eine kindgerechte schonende Sedierung werden gute Ergebnisse garantiert.
Schwerpunkte:
Ad1: Behandlung von extrem unreifen Frühgeborenen und Risikoneugeborenen, wofür insgesamt 18 Betten und davon 8 Beatmungsplätze mit den modernsten Überwachungsgeräten und Beatmungsmethoden bis hin zur Hochfrequenzbeatmung zur Verfügung stehen; zusammen mit der Geburtshilfe erfüllen wir die Qualitätsansprüche an ein Perinatalzentrum Level 1.
Durch den Neubau für Geburtshilfe und Intensivmedizin befinden sich die Intensivstation für Neugeborene nun nur noch ein paar Schritte entfernt von der Geburtshilfe.

Schlafendes Frühgeborenes

Beatmung eines Frühgeborenen

Einblick in die Intensivstation
Ad2: Endokrinologie, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen beispielsweise der Schilddrüse, des gestörten Wachstums und einiger Stoffwechseldefekte. Wir bieten folgende Teste: Arginin, Clonidin, ACTH, TRH, Durstversuch und Bestimmung des Knochenalters mit Erstellung der Endgrößenprognose.
Für den Diabetes mellitus Typ 1 sind wir ein ausgewiesenes Schulungs- und Behandlungszentrum DDG Typ I – Pädiatrie, d. h. dass wir mit einem Team von Spezialisten wie Diabetologen DDG, Diabetesberaterinnen DDG, Psychologen und Ernährungsberaterinnen alle Formen der Insulinbehandlung anbieten. Das beinhaltet die konventionelle Therapie, ICT (intensivierte konventionelle Therapie), Insulinpumpe, Management der diabetischen Ketoazidose mit kontinuierlicher Insulinzufuhr und die strukturierte Patienten-/Elternschulung einzeln oder als Gruppenschulung.
Mit Diagnostik und Therapie des Typ-2-Diabetes und dessen Vorstufen (oraler Glucose-Toleranztest) sind wir ebenfalls vertraut.
Ad3: Pädiatrische Pneumologie und Allergologie nimmt einen großen Teil unserer stationären Tätigkeit ein. Wir behandeln Asthma bronchiale, Lungenentzündungen, Bronchitis und die Folgen von längeranhaltender Beatmung in der Neugeborenenzeit – obendrein aber auch sämtliche Allergien sowie Neurodermitis. Dabei steht uns das gesamte etablierte, diagnostische und therapeutische Spektrum wie Spirometrie, Schweißtest, PRICK-Test und Provokationsuntersuchungen zur Verfügung.

Junger Patient bei Lungenfunktionsprüfung ("Lufu")
In Zusammenarbeit mit der Lungenheilkunde-Abteilung unserer Klinik für Innere Medizin bieten wir u.a. aufwendige Lungenfunktionsuntersuchungen (Bodyplethysmografie) sowie Spiegelungen der Lunge an. Patienten mit stärkerem Asthma, unbefriedigenden Behandlungserfolgen oder noch unklaren Diagnosen können in unserer Sprechstunde ambulant vorgestellt werden.
Sollten Sie Ihr Kind bei Ihrer Krankenkasse zu dem Disease Management Programme (DMP) für Asthma bronchiale im Kindes- und Jugendalter angemeldet haben, so finden Sie in uns den sogenannten Level 2 und 3 vertreten, das heißt, dass wir neben der stationären Notfallbehandlung, der Spezialdiagnostik (Level 3) und der ambulanten Diagnostik selbstverständlich auch Instruktionen und Schulungen für Familien mit asthmakranken Kindern anbieten.
Die ambulanten Asthmaschulungskurse finden immer an vier aufeinander folgenden Donnerstagen von 14,30Uhr bis 18,30Uhr in den Räumen der Kinderklinik statt. Für 2011 sind bis jetzt drei Kurse geplant.
Sie beginnen am 10.März,
8. September und
11.November.
Die Kurse sind für die Altersgruppe zwischen 8 und 12 Jahren konzipiert.
Anmeldungen sind nach Rücksprache mit dem Haus- bzw. Kinderarzt über das Chefarztsekretariat der Kinderklinik möglich (Tel. 05221/942541).

Kriechtunnel
Ad4: Die pädiatrische Gastroenterologie reicht von chronischen Bauchschmerzen bis zur Verstopfung, von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen bis zur Nahrungsmittelunverträglichkeit, von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse bis zu Lebererkrankungen.
In Zusammenarbeit mit den Gastroenterologen unserer Medizinischen Klinik und der Radiologischen Klinik halten wir das von der GPGE empfohlene Spektrum der Diagnostik vor: Diagnostische Gastro- und Koloskopien mit Video-Aufzeichnungen, interventionelle Endoskopie (Fremdkörperentfernung, PEG-Anlagen, Dilatation von Speiseröhrenengen), ERCP, MRT, Röntgen und Sonografie, ph-Metrie, H2-Atemteste und Druckmessungen im Enddarm.
Für alle genannten Therapien liegen langjährige Erfahrungen vor.
Ad5: Auch die Pädiatrische Nephrologie und die Diagnostik von Stoffwechselstörungen und das Suchen nach seltenen Syndromen ist ein Teil unseres Angebotes. In der Nephrologie kommen dabei die Sonografie, Refluxprüfungen, Ausscheidungsurogramme und die Nierenfunktionsszintigrafie zur Anwendung.
Ad6: Die Epileptologie und Neuropädiatrie nimmt in unserer Klinik einen hohen Anteil des Arbeitsaufkommens ein.
Hierbei werden Krampfanfälle und Epilepsien, wenn sie erstmals auftreten, stationär diagnostiziert und behandelt. Des Weiteren geht es um die Abklärung von Entwicklungsverzögerungen und -störungen sowie die Diagnostik auffälliger Bewegungsmuster. Es gehört weiterhin die Klärung von Kopfschmerzen im Kindesalter dazu und natürlich die Behandlung von Entzündungen des ZNS.
Dazu steht uns ein kinderklinikeigener, stationärer und mobiler, moderner EEG-Messplatz mit separater Auswerteeinheit zur Verfügung. Zum Untersuchungsangebot gehören das Standard-EEG, Schlafentzugs-EEG, Langzeit-EEG und in Zusammenarbeit mit der Neurologischen Klinik die Stimulationsuntersuchungen wie VEP, SSEP, AEP, NLG und EMG. So werden ambulant und stationär mehr als 1.000 EEGs pro Jahr abgeleitet.

EEG
Beatmung mit Stickstoff-Monoxid (NO2)
Seit Ende 2010 verfügt die Kinderklinik über ein Gerät für die Beatmung von Frühchen mit Stickstoff-Monoxid (NO2). Ermöglicht wurde die Anschaffung des 13.000 Euro teuren Gerätes dank einer Spende der Sparkassenstiftung in Höhe von 5.000 Euro. Den Rest legte der Förderverein der Kinderklinik dazu. Die Einsatzmöglichkeiten des Gerätes erläutert Dr. Uwe Spille: „Manchmal bleiben bei einem Frühgeborenen die Blutgefäße in der Lunge eng, sodass ein Sauerstoffaustausch nicht stattfinden kann, dann kommt das Zusatzgerät für die Beatmung zum Einsatz und kann Leben retten“. Circa ein bis zweimal jährlich kommt das Gerät zum Einsatz.
K3-Wichtel: Erfahrungsaustausch für „Frühchen-Eltern“
Um Eltern von Frühchen während - vor allen Dingen aber auch nach - dem stationären Aufenthalt bei uns ein Forum für fachliche Informationen und auch Austausch untereinander zu bieten, haben wir eine Elterngruppe, die K3-Wichtel, ins Leben gerufen. Um diese so gut wie möglich auf die tatsächlichen Bedürfnisse von Frühchen-Eltern abzustimmen, freuen wir uns über Ihre Hilfe und Anregungen!
