Parenterale Ernährungsinfusionen für Kinder, Früh- und Neugeborene oder Erwachsene:
Parenterale (intravenöse) Ernährung wird dann nötig, wenn eine enterale Zufuhr (über den Magen-Darm-Trakt) von Nährstoffen nicht möglich ist oder aus medizinischen Gründen vermieden werden soll.
Das Ziel einer parenteralen Ernährung ist die optimale Versorgung des Organismus mit sämtlichen Nährstoffen, Elektrolyten, Vitaminen und Spurenelementen.
Bei der Konzeption der Ernährungslösung müssen daher wichtige individuelle Daten über den Patienten und dessen Krankheitsverlauf berücksichtigt werden.
Eine fertige Mischung der Nährstoffe in einer sogenannten Komplettlösung bringt viele Vorteile für den Patienten einerseits und das Klinikpersonal andererseits.
Für die parenterale Nährstoffversorgung von Kindern stehen keine käuflichen Fertigmischungen zur Verfügung. Daher muss eine Zubereitung aus den Einzelkomponenten durchgeführt werden. Die Zusammensetzung der parenteralen Ernährung richtet sich dabei nach Alter/Körpergewicht und nach der Grunderkrankung des kleinen Patienten. Allerdings kann auch bei Kindern ein dem Alter und Körpergewicht entsprechender Bedarf an Makronährstoffen (Energie [kcal] und Aminosäuren) sowie Mikronährstoffen (Grundbedarf Elektrolyte, Tagesbedarf Spurenelemente und Vitamine) für die Konzeption der parenteralen Ernährung zugrunde gelegt werden.

In der Krankenhausapotheke werden parenterale Ernährungsinfusionen für Kinder in der Herstellungsabteilung für sterile Arzneimittel zubereitet. Die Herstellung erfolgt jeweils für den Tag der Anwendung als gebrauchsfertige Infusion. Die Zubereitungen für das Wochenende oder für Feiertage werden im Voraus zubereitet.
Speziell für kleinere Volumina in der Pädiatrie kann das manuelle Mischsystem MEDIFORM/NEOCARE verwendet werden. Hierbei handelt es sich um ein Abfüllsystem mit vier Anstichdornen, die mittels eines speziellen Richtungsventils mit einer Dosierspritze verbunden sind. Gesteuert wird das Abfüllen über eine automatische Pumpe (MEDIFORM), die Einzelvolumina nach Vorgabe überführt. Die Pharmazeutisch-Technische-Assistentin bestimmt dabei durch Öffnen und Schließen von Ventilen, welche Lösung abgefüllt wird.
Das Zuführen von Elektrolyten und Vitaminen erfolgt manuell nach Beendigung der Mischbeutelbefüllung.
Um die Verkeimungsgefahr auf der Station auf ein Minimum zu reduzieren, werden sämtliche Anschlussleitungen und Bakterienfilter bereits in der Apotheke unter Laminar-Air-Flow-Bedingungen montiert. Die Kinderstation erhält somit ein komplettes, mit wenigen Handgriffen anschließbares System.