Tropenmedizin

Tropenmedizinische Ambulanz am Klinikum Herford

Tropenmedizin in Vergangenheit und Gegenwart:

In den Anfängen zur Zeit der kolonialen Besitzungen war die Tropenmedizin von großem nationalen Interesse, denn Mitglieder der Schutztruppen, der Kolonialverwaltung und die Handelsleute mussten tropenmedizinisch versorgt sein. Staatliche Verwaltungen sahen sich gefordert. Mit der Aufgabe der Kolonien und dem Zurückziehen der Verantwortung aus den fernen Ländern spielt die Tropenmedizin bei uns heute nur die Rolle eines Schattendaseins mit geringer Lobby. 

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Eine klinisch angebundene tropenärztliche Tätigkeit ist selten. Dieses steht im Kontrast zu den Erfordernissen des ungeahnt rasch angewachsenen Reiseverkehrs von Kontinent zu Kontinent. Der Ferntourismus umfasste bereits 1997 ca. eine halbe Milliarde Menschen. Von 42,7 Millionen Reisen ins Ausland gingen 1997 von Deutschland aus 26,3 Millionen in Risikogebiete. Jeder 20. Reisende sucht wegen Beschwerden im Zusammenhang mit der Reise einen Arzt auf.

Besonderheiten der tropenmedizinischen Infektiologie:

Zu den "heimischen" Infektionen mit Erregern, die überwiegend aus dem Reich der Bakterien oder Viren stammen, kommen in den tropischen und subtropischen Klimazonen bei uns unbekannte und ungewöhnliche Erreger hinzu. Sie sind vor allem im Reich der Protozoen (Urtierchen, einzelllige Lebewesen) und der Helminthen (Würmern) angesiedelt – mit einer hierzulande fremden Parasitologie durch bei uns weitgehend unbekannte Lebens- und Vermehrungszyklen der Erreger.

Voraussetzungen und Aufgaben:

Der Umgang mit fremden Infektionen aus allen Teilen dieser Erde setzt spezielle klinische, infektiologische Erfahrung voraus und ggf. auch spezielle Untersuchungsmethoden, um dem Erkrankten zu helfen und gelegentlich auch das Leben zu retten. Hinzu kommt die Verantwortung gegenüber der öffentlichen Gesundheitsfürsorge, um ggf. die Öffentlichkeit vor Übertragungen zu schützen.

Leistungsbreite und Angebot der Ambulanz:

Die Tropenmedizinische Ambulanz am Klinikum Herford durch Herrn Dr. Vollnberg, Oberarzt i. R. der


, sieht ihre Aufgabe sowohl in der Beratung vor Reiseantritt als auch in der Behandlung.

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Sowohl ambulante Behandlungen (Kassenermächtigung auf der Grundlage von Überweisungen durch den Hausarzt ist gegeben) als auch stationäre Untersuchungen und Behandlungen werden durchgeführt. Labortechnische Untersuchungen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit verschiedensten, weitgestreuten Labors tropenmedizinischer Institute im deutschsprachigen Raum. Angebunden an die Ambulanz im Klinikum Herford sind eine Gelbfieberimpfstelle sowie eine Untersuchungs- und Beratungsstelle für arbeitsmedizinische Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen für den Arbeitsaufenthalt im Ausland entsprechend G35 der Berufsgenossenschaften.

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