Historie 2012
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09.10.2012

Wenn der Blutdruck zu hoch ist – Innovative Therapie im Klinikum Herford

„Ich bin mit dem Rettungswagen ins Klinikum eingeliefert worden. Ich bekam keine Luft und hatte Schmerzen in der Brust, die bis in den Arm ausstrahlten“, erzählt Günter Kiel. Was sich wie ein Herzinfarkt anfühlte, stellte sich als zu hoher Blutdruck heraus, der auch mit sechs verschiedenen Medikamenten nicht in den Griff zu bekommen war.
„Da keine weitere Steigerung in der Medikation möglich war, habe ich Herrn Kiel die sogenannte Renale Denervation vorgeschlagen“, sagt Professor Jan Kähler, Chefarzt der Medizinischen Klinik III. Wie bei einer Herzkatheteruntersuchung führt der Zugang über die Leiste, aber diesmal wird der Katheter bis zu den Arterien der Nieren geschoben. Dort verödet der Arzt mit einem speziellen Verfahren gezielt die Nerven, die für die Blutdruckregulierung zuständig sind. Der Eingriff dauert circa eine Stunde.
„Ich fühle mich 10 Jahre jünger“, sagt der 76-jährige Günter Kiel, der früher bei der Bahn gearbeitet hat, nach diesem Eingriff. Er kann nun wieder ohne Probleme in seinen Garten gehen, um Rasen zu mähen. Die Tabletten konnte er reduzieren, der Blutdruck hat sich eingependelt und ist nicht mehr zu hoch.
Die Leidensgeschichte von Wolfgang Stenzel begann im Oktober des letzten Jahres. „Ich hatte viel zu hohen Blutdruck und es stellte sich heraus, dass meine Arterien dicht waren. Ich bekam vier Bypässe“, erzählt Wolfgang Stenzel. Es dauerte lange, bis er sich wieder erholt hatte. Nach dem Besuch in einer Rehaklinik kam er zu Prof. Kähler ins Klinikum und auch er ließ die Renale Denervation bei sich vornehmen. Einen Tag später schon wurde er entlassen. Das war Ende April. „In den ersten zehn Tagen ging der Blutdruck bei mir herunter. In den letzten Tagen aber stieg er wieder an. Es ist ein Wechselbad der Gefühle“, beschreibt Wolfgang Stenzel seine momentane Verfassung.
„Wir beobachten den Blutdruck bei den Patienten, bei denen wir den Eingriff vornehmen, auch nach der Denervation langfristig. Es dauert meist Wochen oder Monate, bis sich der Blutdruck messbar sinkt“, erklärt Prof. Kähler. Er steht mit seinen beiden Patienten in regelmäßigem Kontakt. Sie führen ein Blutdruck-Tagebuch, in dem sie die Werte notieren und vom Arzt kontrollieren lassen.
Die Renale Denervation ist eine relativ neue Methode, mit der in den letzten drei Jahren erst einige Tausend Menschen weltweit behandelt wurden. Obwohl die Risiken des Eingriffes gering sind und Studien sehr gute Ergebnisse hatten, ist noch wenig über den Langzeitverlauf bekannt. Erst wenn ausreichend langfristige Verläufe dokumentiert werden konnten, kommt die Technik eventuell auch für „normale“ Hochdruckpatienten in Betracht. Entsprechende Patientenbeobachtungen laufen derzeit weltweit.

„Um es klar zu sagen, die Renale Denervation ist nicht für jeden Patienten mit hohem Blutdruck geeignet. Entscheidend dafür ist die medizinische Vorgeschichte“, sagt Prof. Kähler. „Die meisten Patienten lassen sich sehr gut mit einem oder mehreren Medikamenten behandeln. Nur bei Patienten, die mit Medikamenten nicht einzustellen sind, kann überlegt werden, diesen Eingriff durchzuführen.“


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