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05.07.2017

Beratung, Diagnose und Behandlung für Menschen mit Gedächtnisstörungen

Test zur Früherkennung einer Demenz (CERAD).
Imke Nörpel ist Diplom-Psychologin und Neuropsychologin.


Den Haustürschlüssel verlegt, den Namen des neuen Kollegen vergessen oder das richtige Wort kommt einfach nicht über die Lippen? „Hinter zunehmender Vergesslichkeit muss nicht immer eine Demenz stecken“, weiß Diplom-Psychologin und Neuropsychologin Imke Nörpel. Gedächtnisstörungen können erste Zeichen einer Demenz oder anderer Erkrankungen des Gehirns sein. Auch Stress, Schlafmangel oder eine Depression kommen als Ursachen in Betracht.

Gemeinsam mit Prof. Dr. med. Michael Kellner, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und Prof. Dr. med. Matthias Sitzer, Chefarzt der Klinik für Neurologie, bietet sie seit April dieses Jahres in der Psychiatrischen Institutsambulanz der Klinik für Psychiatrie eine spezielle Ambulanz für Patienten mit Gedächtnisstörungen im Klinikum Herford an.

Die Ambulanz soll eine erste Anlaufstelle für Menschen sein, die ihrer Vergesslichkeit auf den Grund gehen möchten. Hier arbeitet ein Team aus Ärzten, Psychologen und pflegerischem Fachpersonal eng zusammen. Während eines ausführlichen Gesprächs verschafft sich Imke Nörpel zunächst einen Gesamteindruck des Beschwerdebildes. Biographie und persönlicher Werdegang des Patienten sind hier besonders wichtig für sie. An dieser Stelle werden auch die Angehörigen eingebunden. „Sie können am besten darüber Auskunft geben, wie sich der Betroffene verändert hat“, sagt die Neuropsychologin. Mittels spezieller Gedächtnis- und Konzentrationsaufgaben lässt sich der Schweregrad der Auffälligkeiten erfassen. In Ergänzung erfolgen psychiatrische und neurologische Untersuchungen durch entsprechende Fachärzte. In Zusammenschau aller Befunde erfolgt im Team die Einschätzung der Beschwerden.

„Viele Demenzerkrankungen sind therapeutisch beeinflussbar. Voraussetzung dafür ist allerdings eine korrekte Klassifizierung, dafür sind unter Umständen weitere diagnostische Maßnahmen notwendig“, sagt Prof. Matthias Sitzer.

„Sollte eine Demenz festgestellt werden, ist fester Bestandteil unseres Angebots eine umfangreiche und individuelle Aufklärung über das Krankheitsbild und die Kontaktvermittlung zu Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen. Es ist uns wichtig, dass sich der Patient und vor allem auch seine Angehörigen aufgefangen und in sicheren Händen fühlen“, erklärt Prof. Michael Kellner.

Zur Vereinbarung eines Termins in der Gedächtnisambulanz können sich Betroffene mit einer Überweisung des Haus- oder eines Facharztes an die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) der Klinik für Psychiatrie wenden (Telefon 05221 94 28410).

 

Über die Demenz

In Deutschland leben zurzeit 1,5 Millionen Demenzkranke (Deutsche Alzheimer Gesellschaft – 06/2014). Zwei Drittel von ihnen haben bereits das 80. Lebensjahr vollendet, nur etwa 20.000 sind jünger als 65. Aufgrund der Entwicklung der Altersstruktur der Bevölkerung wird die Zahl der Erkrankten jedes Jahr um ca. 40.000 zunehmen und bis 2050 auf etwa 3 Millionen ansteigen. Mehr als die Hälfte aller Demenzkranken sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen.

 


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