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28.09.2016

Time is Brain

Freut sich über die erfolgreiche Rezertifizierung: Chefarzt der Klinik für Neurologie Prof. Dr. med. Matthias Sitzer.


Die Schlaganfall-Einheit der Klinik für Neurologie des Klinikum Herford wurde erneut als überregionale erweiterte Schlaganfall-Therapiestation („Comprehensive Stroke Unit“) erfolgreich zertifiziert. Das Konzept der erweiterten Schlaganfall-Therapiestation beinhaltet das Ziel, die Akut-Therapie durch Frührehabilitations-Maßnahmen wie Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie zu ergänzen. In der „Comprehensive Stroke Unit“ werden die Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung vom gleichen spezialisierten Team aus Neurologen, Pflegenden, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen sowie Sozialarbeitern intensiv und kontinuierlich behandelt. Die Qualität der Behandlung wird kontinuierlich durch interne und externe Qualitätssicherungs-Maßnahmen überwacht. „Nach internationalen Leitlinien bietet gerade dieses Modell die beste Versorgungsqualität für unsere Patienten, was sich auch deutlich in unseren Qualitätsmessungen wiederspiegelt“, erklärt Prof. Dr. med. Matthias Sitzer, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Ärztlicher Direktor des Klinikums. Die Behandlung in einer Schlaganfalleinheit eröffnet die höchsten Chancen für eine Genesung nach einem Schlaganfall. „Jedem Patienten sollte eine Behandlung in einer Schlaganfalleinheit zustehen, da die Qualität aufgrund des Organisationsgrades, innovativer Therapien und ständiger Überwachungen belegbar am höchsten ist“, sagt Prof. Dr. med. Sitzer. Denn, „je schneller ein Patient mit einem Schlaganfall behandelt wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass keine bleibenden Behinderungen auftreten.“

Welche Symptome deuten auf einen Schlaganfall hin?
Ein Schlaganfall beginnt plötzlich mit der Ausbildung neurologischer Ausfälle (Lähmungen, Gefühlsstörungen, Sprach- oder Sehstörungen). Auch akute Schwindelsymptome oder eine Bewusstlosigkeit können Folge eines Schlaganfalls sein. Um die Folgen zu reduzieren, müssen die Patienten sehr schnell auf die Schlaganfall-Einheit des Klinikums gelangen. Der Rettungsdienst im Kreis Herford ist über die „112“ zu erreichen. Ein strukturierter Rettungsplan sichert einen sehr schnellen Transport in das Klinikum. Dort erfolgt dann eine erste Untersuchung durch einen Neurologen und die sofortige Diagnostik mittels einer Computer- oder einer Kernspintomografie. Aufgrund der Ergebnisse wird dann über entsprechende Therapieverfahren wie eine spezielle Infusionstherapie oder eine Entfernung des Blutgerinnsels mit Hilfe eines speziellen Katheters noch in der Zentralen Notaufnahme entschieden. Das Team der Klinik für Neurologie wird deshalb in Zusammenarbeit mit Radiologen, Kardiologen und Gefäßchirurgen regelmäßig geschult, um immer eine reibungslose und sehr schnelle Diagnostik sowie Therapiedurchführung zu gewährleisten.

Die Vermittlung in die Rehabilitationskliniken der Region, die Gestaltung ambulanter Reha-Konzepte und die Organisation häuslicher Betreuung sind wichtige Aufgaben des Patienten-Entlassungs-Managements der Klinik, das schon zu Beginn des stationären Aufenthaltes tätig wird und dem Patienten sowie den Angehörigen dabei unterstützend zur Seite steht. Regelmäßige Schulungen bezüglich der Gefäßrisikofaktoren wie z. B. das Rauchen, den Bluthochdruck und die Zuckerkrankheit einschließlich der Visiten des Diabetologen und der Ernährungsberaterinnen fördern die Vorsorge weiterer Schlaganfälle. Nach der Entlassung unterstützt eine qualifizierte Schlaganfall-Lotsin im Rahmen eines Projektes der Stiftung Schlaganfall-Hilfe die erforderlichen Maßnahmen in der Nachsorge. So ist auch nach dem akuten Aufenthalt eine effektive Weiterbehandlung möglich.

„Time is Brain“: Was ist bei einem Schlaganfall zu tun?
Das Zeitfenster, in dem reagiert wird, ist besonders wichtig. Jede Minute zählt.
Je früher einem Schlaganfallpatienten fachgerecht geholfen wird, desto mehr Hirngewebe kann gerettet werden. Durch geeignete Erste-Hilfe Maßnahmen und sofortiges Alarmieren des Rettungsdienstes können daher wertvolle Minuten gespart werden. Falls möglich, merken Sie sich den Zeitpunkt, zudem die ersten Schlaganfallsymptome aufgetreten sind. Dies ist wichtig für die weiteren Therapiemöglichkeiten.

Rettung alarmieren und erste Hilfe leisten bei einem Schlaganfall:

  • Sofort den Notruf 112 wählen (gilt europaweit vom Mobiltelefon und aus dem Festnetz), auf den Verdacht eines Schlaganfalls hinweisen, die Fragen der Leitstelle beantworten und warten, bis diese das Gespräch beendet.
  • Den Betroffenen beobachten, nicht alleine lassen, ihn beruhigen und mit ihm sprechen.
  • Gegebenenfalls beengende Kleidung lockern, Zahnprothesen entfernen.
  • Nichts zu Essen oder zu Trinken geben, da das Schlucken gestört sein könnte.
  • Ist der Betroffene bei Bewusstsein, mit etwa 30 Grad erhöhtem Oberkörper ruhig lagern, zum Beispiel mit einem Kissen im Rücken.
  • Bei Erbrechen oder Bewusstlosigkeit: Den Betroffenen in die stabile Seitenlage bringen, immer wieder Puls und Atmung kontrollieren.  
  • Berichten Sie dem Notarzt beziehungsweise dem eintreffendem Rettungsdienst die beobachtete Symptomatik, die Uhrzeit des Auftretens der ersten Schlaganfall-symptome sowie über die Vorerkrankungen des Patienten. Geben Sie wenn möglich auch eine Liste oder die Verpackungen der Medikamente mit, die der Betroffene einnimmt.

 

 


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