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10.11.2016

Festakt zum Start der Medizinerausbildung

Vertreter aus Politik, Universität und Krankenhaus läuteten mit einem Festakt den Start der Medizinerausbildung ein.
Landrat und Vorsitzender des Verwaltungsrates des Klinikums, Jürgen Müller, freut sich über Ärzte-Nachwuchs in OWL.

 

Es ist geschafft: die universitäre Ausbildung von angehenden Ärztinnen und Ärzten in Ostwestfalen-Lippe hat begonnen. Alles begann am 29. August 2014 mit einem 37-seitigen Dokument. Mit diesem Schriftstück haben sich die Mühlenkreiskliniken (MKK) und das Klinikum Herford als Kooperationspartner der Ruhr-Universität Bochum (RUB) beworben und dann dafür auch den Zuschlag erhalten. Die RUB hat in diesem Verfahren die Erweiterung ihrer erfolgreichen Kooperation im „Bochumer Modell“ ausgeschrieben. Beide Kliniken – zusammengeschlossen in einer Bietergemeinschaft – bestehend aus den Mühlenkreiskliniken und dem Klinikum Herford haben sich zuvor in einem transparenten Wettbewerbsverfahren gegen andere Bietergemeinschaften aus Ostwestfalen-Lippe (OWL) durchgesetzt.

Start der Medizinerausbildung

Jetzt – zwei Jahre später – sind die ersten 63 Studenten zum Herbst/Wintersemester 2016/2017 angekommen. Den Start der Medizinerausbildung feierten die Mühlenkreiskliniken und das Klinikum Herford mit einem Festakt, an dem auch Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen teilnahm: „Das Bochumer Modell ist für ganz Nordrhein-Westfalen ein wichtiges, zukunftsweisendes Projekt der praktischen Medizinerausbildung. Es freut mich sehr zu erleben, mit wie viel Professionalität und Begeisterung sich die Kliniken auf die Studierenden vorbereitet haben. Willkommen, liebe Studierende!“, betonte die Ministerin in ihrer Rede. Auch Prof. Dr. Alfred Bufe, Dekan der Medizinischen Fakultät der RUB zeigte auf, dass mit dieser Kooperation die Chance bestehe, junge Mediziner exzellent, erfahrungsbasierend, empathisch und dann später berufsbereit auszubilden.

„Ich wünsche mir, dass Sie die Vorzüge unserer Region kennenlernen“, erklärte Landrat Jürgen Müller und Verwaltungsratsvorsitzender des Klinikum Herford. „Der Kreis hat eine gute Infrastruktur, wie KITAS, Schulen und viele Arbeitsplätze. Auch weitere Universitäten sind in unmittelbarer Nähe. Unser Kreis bietet viele Zukunftschancen und ich hoffe, dass wir die Studenten für den Beruf begeistern können, ob als Ärzte im Krankenhaus oder als Hausärzte.“ Auch Martin Eversmeyer, Vorstand des Klinikums, stellte heraus: „Wichtig ist nun, dass wir das gesamte Leistungsspektrum, auch die Forschung, ausbauen und attraktive Arbeitsplätze sowohl im stationären wie auch im ambulanten Bereich für die angehenden jungen Ärztinnen und Ärzte schaffen. Ich möchte mich bei allen, die daran mitwirken, herzlich bedanken“.

Der Medizinstudent Tobias Szymczyk, Vertreter des Fachschaftsreferats der Medizinischen Fakultät der RUB, schließt vor dem Auditorium mit den Worten: „Wir wollen alle gute Ärzte werden. Dazu ist OWL unsere große Chance!“

Medizinische Versorgung in OWL mit Nachwuchsärzten

Die Mühlenkreiskliniken und das Klinikum Herford leisten mit diesem Start der Medizinerausbildung einen ganz wesentlichen Beitrag, die medizinische Versorgung der ganzen Region Ostwestfalen-Lippe mit Nachwuchsärztinnen und Nachwuchsärzten zu sichern. Die Studenten beginnen mit dem siebten Semester den klinischen Teil ihrer Ausbildung am Universitätsklinikum Minden, am Klinikum Herford, am Medizinischen Zentrum für Seelische Gesundheit in Lübbecke und an der Auguste-Viktoria-Klinik in Bad Oeynhausen. Der theoretische Teil der Lehre findet am Standort Minden statt. Zwei Jahre lang werden sie den praktischen Teil ihrer Ausbildung an den jeweiligen Standorten absolvieren und dann den zweiten Abschnitt der ärztlichen Prüfung ablegen. Anschließend folgt das Praktische Jahr.

Standorte und Hintergründe zur Medizinerausbildung in OWL

Mit der Ausweitung der Medizinerausbildung in OWL wächst das Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (UK RUB) auf beachtliche neun Standorte und rund 500.000 behandelte Patienten pro Jahr. Die Besonderheit des „Bochumer Modells“ ist, dass die Medizinerausbildung an der Ruhr-Universität dezentral organisiert wird. Gemeinsam mit folgenden ostwestfälischen Kliniken in Bad Oeynhausen, Herford, Lübbecke-Rahden und Minden ist das Universitätsklinikum der RUB nunmehr eines der größten Universitätsklinika in Deutschland. In OWL erfolgt die Ausbildung der Mediziner in den Krankenhäusern:

  • Auguste-Viktoria-Klinik, Bad Oeynhausen
  • Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen
  • Johannes Wesling Universitätsklinikum Minden
  • Klinikum Herford
  • Krankenhaus Lübbecke-Rahden (Medizinisches Zentrum für Seelische Gesundheit)

Studienorte

Die Pflichtfächer Anästhesiologie, Chirurgie und Urologie werden am Standort Herford angeboten, das Pflichtfach Orthopädie am Standort Bad Oeynhausen, die Pflichtfächer Psychiatrie/Psychotherapie, Psychosomatische Medizin/Psychotherapie am Standort Lübbecke und die Pflichtfächer Augenheilkunde, Dermatologie/Venerologie, Frauenheilkunde/Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Innere Medizin, Kinderheilkunde, Neurologie am Standort Minden. Außerdem sind die Querschnittsbereiche Medizin des Alterns, Notfallmedizin und Bildgebende Verfahren ebenfalls am Standort Minden verortet. Das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) Bad Oeynhausen beteiligt sich an der Lehre des Faches Kardiologie (Innere Medizin). Die Herzchirurgie als Teilgebiet der Chirurgie ist ebenfalls dort angesiedelt.

 

Gruppenbild:
Reihe hinten: Dr. Olaf Bornemeier, Vorstandsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken, Dipl.-Kaufmann Martin Eversmeyer, Vorstand Klinikum Herford, Prof. Dr. Albrecht Bufe, Dekan der Medizinischen Fakultät der RUB, Jürgen Müller, Verwaltungsratsvorsitzender Klinikum Herford, Dr. Ralf Niermann, Verwaltungsratsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken, Angela Lück, MdL, Inge Howe, MdL, Prof. Dr. Wolf-Dieter Reinbold, Vertreter der Fachvertreter Minden/Herford und Direktor des Universitätsinstituts für Diagnostische Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin am Johannes Wesling Universitätsklinikum, Tobias Szymczyk, Vertreter des Fachschaftsreferats der Medizinischen Fakultät der RUB, Svenja Schulze, NRW-Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung, Dr. Kristin Drechsler, Stv. Vorstandsvorsitzende der Mühlenkreiskliniken.