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24.07.2015

Klinikum Herford begrüßt angehende Medizinstudierende

 „Meet the Professor“: Studierende tauschen sich mit Professoren und Klinikleitung im Klinikum aus

Die Chefärzte und zukünftigen Fachvertreter der Pflichtfächer Anästhesiologie, Chirurgie und Urologie empfingen rund 30 angehende Medizinstudenten aus der Ruhr-Universität-Bochum (RUB) im Klinikum. 

Vorbereitungen und Planungen laufen auf Hochtouren

Ab Oktober 2016 beteiligt sich das Klinikum Herford als Teil der Ruhr Universität Bochum an der Ausbildung von Medizinstudierenden und möchte als neuer Ausbildungsort für Ärzte ganz Ostwestfalen-Lippe (OWL) neue Möglichkeiten bieten. Vorstandssprecher Martin Eversmeyer weiß durch seine intensiven Abstimmungen mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), dass die finanzielle Schieflage in der sich Krankenhäuser bundesweit befinden, nur durch Spezialisierungen, Spitzenleistung sowie Forschungsaktivitäten bewältigen lässt. „Das Klinikum Herford leistet bei der Entwicklung zum Universitätsstandort einen erheblichen Beitrag für die gesamte Region Ostwestfalen-Lippe, qualitativ hat das Klinikum Herford fast alles zu bieten, was sich Studierende wünschen können“. Nicht nur die fachlichen Kompetenzen, sondern auch der persönliche „kurze Draht“ zu den Professoren soll junge Menschen für OWL interessieren.

Lebenswertes Ostwestfalen-Lippe

Bei einem ausführlichen persönlichen Austausch und einem Rundgang durch das Klinikum stellten Prof. Dr. med. Weichert-Jacobsen, Ärztlicher Direktor, Prof. Dr. med. Dietrich Henzler, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Rettungsmedizin und Schmerztherapie, sowie Prof. Dr. med. Günther Winde, Chefarzt der Klinik für Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie und Proktologie, das Akademische Lehrgebäude sowie bereits modernisierte medizinische Stationen im Klinikum vor. Mit der Fertigstellung der Frontfassade erhält das Klinikum Herford aktuell ein neues attraktives Gesicht. Neue OP-Säle und Seminarräume sind in Planung und sollen eine moderne und ansprechende Arbeits- und Lernatmosphäre ermöglichen. Bei einem abschließenden Imbiss vor der Weiterfahrt zum Partnerklinikum in Minden stellten die Studierenden Fragen, wie z. B. ob es Möglichkeiten für Nebenjobs im Pflegebereich geben wird, um das Studium zu finanzieren. Gerade diese Nebenjobs sind bei Medizinstudierenden beliebt. Vorstandssprecher Martin Eversmeyer ist optimistisch möchte alles dafür tun, dass die Studierenden in OWL gute Lebens- und Arbeitsbedingungen vorfinden: „Auch das bekommen wir hin. Wir sind ständig auf der Suche nach kompetentem Personal im Bereich Pflege, um unsere Stellen nachzubesetzen.“

Aleksandra Badura, 29-jährige Studierende (und Krankenschwester auf dem 1. Bildungsweg), ist in OWL bereits verwurzelt. „Ich habe einen festen Nebenjob am Klinikum in Bielefeld und fühle mich hier wohl und kann mir das klinische Studium in OWL gut vorstellen.“ Generell herrschte eine zustimmende Stimmung voller Chancen beim Besuch im Klinikum.

„Man merkt ganz deutlich, dass die Chefärzte am Klinikum besonders positiv engagiert und fachkompetent sind“, zieht Julia Larisch, Studierende im 5. Semester an der Ruhr-Universität-Bochum, anerkennend ihr Fazit.

„Ich komme aus Niedersachen und finde es schön hier“

Die Anzahl der Studierenden ermöglicht, dass eine gute Betreuung angeboten werden kann. „Die Ärzte vermitteln einem das Gefühl hier gut aufgehoben zu sein. Der Pioniergeist ist deutlich zu spüren sowie die Motivation, das Projekt zu einem vollen Erfolg zu führen“, sammelt Jan-Gerrit Jaspers, 28 Jahre alt, seine ersten Eindrücke vom Klinikum. Auf die Frage, ob es keine Skepsis gebe, plötzlich einen Teil des Studiums ländlicher – in OWL- verbringen zu müssen, entgegnete Jan-Gerrit Jaspers: „Der Metropolgedanke hat mich noch nie gepackt, ich komme aus Niedersachsen und finde es schön hier.“ Auch seitens des Klinikums sind die ersten Treffen mit den Studierenden sehr positiv verlaufen.

„Wir wollen die klinischen Semester so gestalten, dass ein Studium in OWL hochattraktiv ist“, berichtet Professor Dr. med. Klaus Weichert-Jacobsen, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Urologie. „Wir möchten alles Erdenkliche tun, sodass sich Studierende hier wohlfühlen werden“, ergänzt Dr. med. Arno Schäfer, Medizinmanager und Leiter des RUB-Projekts.

Universitäre Ausbildung im Klinikum Herford, den Mühlenkreiskliniken (MKK) und im  Herz-Diabetes-Zentrum (HDZ)

Im Rahmen der Erweiterung des Kooperationsmodells der Ruhr Universität Bochum werden die Pflichtfächer Anästhesiologie, Chirurgie und Urologie am Standort Herford angeboten, das Pflichtfach Orthopädie am Standort Bad Oeynhausen, die Pflichtfächer Psychiatrie/Psychotherapie, Psychosomatische Medizin/Psychotherapie am Standort Lübbecke und die Pflichtfächer Augenheilkunde, Dermatologie/Venerologie, Frauenheilkunde/Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Innere Medizin, Kinderheilkunde und Neurologie am Standort Minden. Außerdem sind die Querschnittsbereiche Medizin des Alters, Notfallmedizin und Bildgebende Verfahren ebenfalls am Standort Minden verortet. Das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, wird sich an der Lehre in einigen speziellen Teilgebieten u.a. in. der Inneren Medizin und der Chirurgie beteiligen. Mit der Erweiterung der Kooperation ist insbesondere auch eine Stärkung in der Ausbildung zum Allgemeinmediziner verbunden. Es wird erwartet, dass Studierende auch nach Abschluss ihrer Ausbildung vermehrt als Ärzte in der Region niederlassen.