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14.09.2016

Medizin der Zukunft

(vlnr.) Prof. Johann Pratschke, Klinikdirektor der Chirurgischen Klinik der Charité; Frau Prof. Beate Rau, Spezialistin für das HIPEC-Verfahren und Leiterin der Abteilung für spezielle onkologische Chirurgie der Charité; Martin Eversmeyer, Vorstand Klinikum Herford, Rudolf Küster, Vorstand Klinikum Herford, Prof. Dr. med. Günther Winde, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Klinikum Herford.


Bei einem Tumorbefall des Bauchfells (Peritonealkarzinose) steht das noch relativ junge HIPEC-Verfahren (=Hypertherme intraperitoneale Chemotherapie) zur Verfügung, das die chirurgische Entfernung des Bauchfells (Peritonektomie, zytoreduktive Chirurgie) mit einer Spülung der Bauchhöhle mit einer erwärmten Chemotherapie-Lösung (Hypertherme intraperitoneale Chemotherapie = HIPEC) kombiniert. Die Charité in Berlin bietet diese chirurgisch-medikamentöse Kombinationstherapie als eine von wenigen spezialisierten chirurgischen Zentren in Deutschland an. Nun wird in der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie und Proktologie des Klinikums eine Kooperation mit der Charité Berlin gegründet, um eine Bestandsaufnahme und Bewertung des Befundes noch während einer OP mithilfe einer Live-Videoübertragung aus Herford nach Berlin durchführen zu können. Die intraoperative Video-Analyse wird unmittelbar vom operativen Experten in der Charité mitgesehen. Es wird dann gemeinsam bewertet, ob das HIPEC-Verfahren für den Patienten geeignet ist. Ist das der Fall, wird die Operation beendet und der Patient zeitnah in die Charité verlegt. Durch die Nutzung moderner Telemedizin können sich Ärzte unter Überbrückung einer räumlichen Distanz konsultieren und so eine für Patienten vorteilhaftere Behandlung vornehmen.

„Wir betreiben eine Versorgung der Zukunft“

„So wird eine Evaluation durchgeführt, die für einige Personen die beste Therapie ermöglicht“, freut sich Prof. Dr. med. Günther Winde über die neue und einzigartige Kooperation in ganz Deutschland. Für Betroffene bedeutet das Verfahren eine deutliche Verbesserung der Prognose.

Auch für Prof. Johann Pratschke, Klinikdirektor der Chirurgischen Klinik der Charité, und Frau Prof. Beate Rau, Spezialistin für das HIPEC-Verfahren und Leiterin der Abteilung für spezielle onkologische Chirurgie der Charité, ist die Kooperation einzigartig: „Diese kooperative Behandlungsplanung zwischen zwei operativen Universitätskliniken ist in Deutschland einzigartig, wir haben so eine Kooperation noch nie abgeschlossen.“ Martin Eversmeyer, Vorstand des Klinikums bedankte sich bei den drei Professoren, die die Kooperation in die Wege geleitet haben. „Ich bin Prof. Winde sehr dankbar, dass er die notwendigen Schritte in den Weg geleitet hat, um diese innovative Kooperation zu ermöglichen. Wir betreten zwar Neuland, aber so eine Bündelung therapeutischer Möglichkeiten zwischen Chirurgie und Onkologie im Klinikum Herford und speziellen OP-Möglichkeiten der Charité gehören der Zukunft“, sagt Vorstand Martin Eversmeyer.

Was für eine Art Krebs ist die Peritonealkarzinose und wie funktioniert das HIPEC-Verfahren?

Verstreute Metastasen im Bauchraum (Peritonealkarzinose) treten häufig als Begleiterscheinung von fortgeschrittenen Tumoren des Bauchraums auf und kommen daher eher im Spätstadium einer Krebserkrankung vor. Es ist allerdings auch möglich, dass der Krebs erst sehr spät – erst im Stadium der Peritonealkarzinose – entdeckt wird. In dieser Situation ist es häufig therapeutisch nur noch möglich, eine Chemotherapie durchzuführen oder bestmöglich unterstützende Behandlungsmaßnahmen („best-supportive-care“) zum Erhalt der Lebensqualität zu organisieren. „Bei rund  8-10% der Fälle ist es möglich, eine Operation  zur Verkleinerung des Tumors durchzuführen, an die sich eine intraoperative Chemotherapie mit einer Überwärmung auf bis 41° C im Bauchraum anschließt“, erklärt Chefarzt Prof. Dr. med. Günther Winde. Die Überwärmung (Hyperthermie) regt den Stoffwechsel der Krebszellen im Bauchraum stark an, so dass sich die Medikamente besonders stark in den Krebszellen anreichern. „Diese Extremchirurgie steigert die Überlebenszeiten über das Maß der systemischen Chemotherapie,  5-Jahresüberlebenszeiten im 2-stelligen Bereich sind beschrieben“, erklärt Prof. Dr. med. Günther Winde, Chefarzt der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie und Proktologie am Klinikum Herford.

 

 

 


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