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01.10.2015

Klinikum Herford engagiert sich für Menschen in Not

Fotoerklärung (vlnr. Klinikum Herford) „Vorstand bedankt sich mit Blumen bei engagierten Ärzten aus dem Klinikum.“

Medizinische Versorgung für Asylsuchende in Herford:
Immer mehr Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung kommen nach Deutschland, um hier ein sichereres Leben führen zu können. Seit Anfang September werden die Gebäude der ehemaligen Harewoodkaserne an der Saarstraße als Notunterkunft für Asylbewerber genutzt. Ärzte und Pflegende des Klinikums setzen sich seit der ersten Ankunft der Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Pakistan für die medizinische Betreuung ein. Sie widmen sich zusammen dieser neuen Herausforderung, um die medizinische Notfallsprechstunde in der Kaserne sicherzustellen. Die Unternehmensleitung des Klinikums bedankte sich mit Blumen bei den aktiven Ärzten und Pflegenden des Klinikums für ihren Einsatz.

Mediziner bauen Sprechstunden auf
„Zwischen 12-15 Ärzte aus dem Klinikum rotieren derzeit im Wechsel, um die Versorgung von Notfällen zu gewährleisten. Assistenzärzte und Oberärzte arbeiten dabei fachübergreifend Hand in Hand“, erklärt Dr. med. Wilfried Schnieder, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Herford. Häufig haben die Helfer aus dem Klinikum selbst einen Migrationshintergrund und verstehen die Sprache der Flüchtlinge. „So kann die eine oder andere Sprachbarriere überwunden werden“.  

Dr. med. Wilfried Schnieder organisiert die Arbeit der Mitarbeitenden des Klinikums in der Notunterkunft. Um eine dauerhafte ärztliche Versorgung im gerade neu gestalteten Sanitätszentrum der Notunterkunft zu etablieren, wird mit Holger Finkemeier ab dem 1. Oktober ein Oberarzt vom Klinikum Herford aktiv sein. „Eine möglichst frühzeitige professionelle medizinische Versorgung ist ein Gebot der Menschlichkeit und langfristig auch die kosteneffektivere medizinische Versorgung“. Holger Finkemeier wird an den Arbeitstagen jeweils eine Nachmittagssprechstunde anbieten.

Die medizinische Versorgung findet in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Kreises Herford sowie niedergelassenen Ärzten statt. Außer der Notfallversorgung ist für alle Asylsuchenden eine medizinische Erstuntersuchung vorgeschrieben. „Dabei wird nach akuten Erkrankungen gesucht, Infektionserkrankungen werden ausgeschlossen und es werden Impfungen zur Vermeidung von Erkrankungsausbrüchen verabreicht. Schwerwiegende Erkrankungen bestehen nur selten“, so Dr. med. Wilfried Schnieder. „Erfreuliche Abwechslung brachte die Nachricht, dass eine Syrerin ein gesundes Kind hier im Klinikum zur Welt gebracht hat.“

Durch die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe unter Leitung von Chefarzt Dr. med. Thomas Heuser wurde zudem eine gynäkologische Sprechstunde errichtet, die einmal wöchentlich stattfindet. Notfälle bei Schwangeren werden wie bei anderen Frauen bei Bedarf täglich rund um die Uhr im Mutter-Kind-Zentrum versorgt.  „Das Klinikum hat eine Verantwortung“, sagt Vorstand Martin Eversmeyer, „dieser kommen wir nach in dem wir uns um alle Menschen egal welcher Herkunft kümmern. Angesichts des großen Zustroms von Flüchtlingen, die in Herford Hilfe suchen, ist es für uns als Unternehmen eine Selbstverständlichkeit, einen Beitrag zur Linderung ihrer Not zu erbringen.“  Die Kostenerstattung für die Versorgung erfolgt über das Land NRW.

Im Klinikum Herford werden jährlich über 30.000 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. Fast 66.000 Menschen erhalten eine ambulante Versorgung, insbesondere in einer Notfallsituation. In 21 Kliniken und Instituten stehen mehr als 1.900 Mitarbeitende für gesundheitliche Hilfe rund um die Uhr zur Verfügung. Damit ist das Klinikum Herford der größte Arbeitgeber in der Stadt Herford. Hoch qualifizierte Ärzte, Pflegende und spezialisierte Fachkräfte in der Medizintechnik bis hin zum Management arbeiten im Klinikum Herford.