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24.08.2015
Die Chefärzte Prof. Dr. med. Klaus Weichert-Jacobsen, Prof. Dr. med. Günther Winde und Prof. Dr. med. Dietrich Henzler freuten sich über den Besuch der Ministerin.
Ministerin Svenja Schulze mit Fachvertretern aus dem Klinikum Herford sowie RUB Studiendekan Prof. Dr. Albrecht Bufe.
Die Vertreter des Klinikums zeigten Ministerin Svenja Schulze bei einem Rundgang neue Räumlichkeiten.
Chefärztin Irene Czichowski-Vieweger demonstriert die Funktionsweise des Linearbeschleunigers. Die Strahlentherapie setzt darauf, dass ein Tumor von energiereicher Strahlung durchdrungen wird.

Medizinerausbildung in Ostwestfalen-Lippe

NRW-Wissenschaftsministerin besucht die neuen Unikliniken

Der Countdown läuft. Zum Wintersemester 2016/2017 werden die ersten 60 Medizinstudierenden nach Ostwestfalen-Lippe kommen, um hier den zweijährigen, praktischen Teil ihres Studiums zu absolvieren. Im Rahmen des „Bochumer Modells“, welches Ministerin Svenja Schulze als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnete, bereiten sich die Mühlenkreiskliniken und das Klinikum Herford auf ihre neue Aufgabe vor. „Das Klinikum Herford und das Klinikum in Minden haben uns mit ihren Leistungen vollends überzeugt“, betonte Svenja Schulze, Ministerin für  Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen. Auf Einladung und Initiative der beiden Landtagsabgeordneten Inge Howe und Christian Dahm besuchte jetzt die Ministerin, Svenja Schulze, die neuen Universitätskliniken.

 „Stand der Medizin ist im internationalen Vergleich sehr gut“
Insgesamt verschaffte sich die Ministerin einen Überblick über die Vorbereitungen an zwei, der insgesamt vier zukünftigen klinischen Ausbildungsorte. Erste Station war das Johannes Wesling Klinikum Minden, in dem die Studierenden in der Theorie unterwiesen werden und den größten Teil der praktischen Ausbildung erfahren werden. Hier ist auch die Erweiterung eines Hörsaalgebäudes in Vorbereitung. Anschließend besuchte die Ministerin das Klinikum Herford mit mittlerweile 21 Kliniken und Instituten sowie 13 zertifizierte Zentren. Die drei Chefärzte, Prof. Dr. med. Klaus Weichert-Jacobsen, Prof. Dr. Med. Dietrich Henzler und Prof. Dr. med. Günther Winde werden für die Bereiche Urologie, Anästhesiologie und Chirurgie zukünftig junge Ärzte ausbilden. Am Klinikum Herford ist beabsichtigt, das Akademische Lehrgebäude um zwei Seminarräume, zwei Übungsräume mit „Skill-Labs“ und Simulatoren umzubauen. „Darüber hinaus wird es sowohl einen Internet- als auch einen Netzwerkzugang zur Ruhr-Universität nach Bochum geben, damit wird ein ständiger Austausch ermöglicht“, berichtet Prof. Dr. med. Klaus Weichert-Jacobsen, Ärztlicher Direktor des Klinikums und Fachvertreter für Urologie.

 „Die Mühlenkreiskliniken und das Klinikum Herford leisten einen ganz wesentlichen Beitrag, die medizinische Versorgung der ganzen Region Ostwestfalen-Lippe mit Nachwuchsärztinnen und Nachwuchsärzten zu sichern“, lobt Ministerin Svenja Schulze die Vorbereitungen der neuen RUB-Mitgliedshäuser.

Perspektiven für die Region
„Die Kreise Minden-Lübbecke und Herford werden ihrer Verantwortung gerecht, den Bürgerinnen und Bürgern auch in Zukunft den Zugang zu fachlich hoch qualifizierten Ärzten zu gewährleisten“, sagt Ralf Heemeier, Kreisdirektor des Kreises Herford. „Zusätzlich zur Ausbildung der Studierenden am Klinikum Herford soll auch ein Modellprojekt zur Weiterbildung von Allgemeinmedizinern zwischen Klinikum und niedergelassenen Hausärzten aufgebaut werden“, erläutert Ralf Heemeier. „Die Kooperation im Rahmen des Bochumer Modells ist für uns der richtige Weg, diesem Anspruch gerecht zu werden. Mit der Ministerin freut sich auch Martin Eversmeyer, Vorstandssprecher des Klinikums. „Auch für die gesamte Region ist diese Kooperation ein Gewinn. Damit können wir jungen Menschen hier vor Ort neue Perspektiven bieten und gleichzeitig wird ‎die Region attraktiver für Fachkräfte bundesweit.“ Ministerin Svenja Schulze bezeichnete die Ausweitung des Bochumer-Modell nach Ostwestfalen als eine Chance, die Forschungskontakte auszubauen. Eine wissenschaftliche Studie werde die Kooperation begleiten, um zu dokumentieren, ob der gewünschte „Klebeeffekt“ (junge Ärzte in OWL zu halten) eingetreten ist.

 

Expertenaustausch im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt des Ministerinnenbesuches stand der Austausch mit den Experten der Mühlenkreiskliniken, des Klinikums Herford und der Ruhr-Universität Bochum zum aktuellen Stand der Vorbereitungen. Ministerin Schulze besichtigte in Herford die Bereiche, in denen jetzt schon auf höchstem medizinischen Niveau Behandlungen stattfinden. So war die Ministerin beeindruckt von dem Linearbeschleuniger der Strahlentherapie. „Derzeit gibt es kein besseres Gerät “, so Martin Eversmeyer. Außer dem Linearbeschleuniger stehen im Klinikum Herford ein PET-CT, ein MRT, ein CT, ein Hybrid-OP sowie eine biplanare Angiografieanlage für die fachübergreifende Zusammenarbeit zur Verfügung. Ein zweiter Linearbeschleuniger wird derzeit eingebaut. „Mit diesen Geräten können wir Patienten auf höchstem Niveau im internationalen Vergleich behandeln“, sagt Martin Eversmeyer. 

 

Mit der Ausweitung der Medizinerausbildung in Ostwestfalen-Lippe (OWL) wächst das Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (UK RUB) auf beachtliche neun Standorte und rund 500.000 behandelte Patienten pro Jahr. Die Besonderheit des sogenannten „Bochumer Modells“ ist, dass die Medizinerausbildung an der Ruhr-Universität dezentral organisiert wird. Gemeinsam mit folgenden ostwestfälischen Kliniken in Bad Oeynhausen, Herford, Lübbecke-Rahden und Minden ist das Universitätsklinikum der RUB nunmehr eines der größten Universitätsklinika in Deutschland. In Ostwestfalen erfolgt die Ausbildung der Mediziner in den Krankenhäusern:

 

-       Klinikum Herford

-       Auguste-Viktoria-Klinik, Bad Oeynhausen

-       Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen

-       Johannes Wesling Klinikum Minden

-       Krankenhaus Lübbecke-Rahden